Begierde — tolles Begehren war es, das sein Blut für das ruhige schöne Geschöpf zu erhitzen begann.
»Gnädiges Fräulein, ist die Liebe für Sie auch nur Zeitvertreib?« Und er hüllte sie ein mit einem jener durchdringenden Blicke, unter denen das Blut aufspringt und wild durch die Adern jagt.
Sie errötete wie ein kleines Kind. Das Blut schimmerte durch ihre zarte Haut und brachte auf derselben matte, opalfarbene Lichter hervor. Sie zog die fein geschwungenen Augenbrauen in die Höhe und erwiderte:
»Einen Zeitvertreib habe ich nicht nötig, da ich mit meinem Studium vollauf beschäftigt bin.«
Sie wußte zu antworten. Er war entzückt.
»Gnädiges Fräulein betreiben Ihr Studium wirklich ernsthaft, als ausübende Künstlerin?«
»Berufs wegen, wenn man von der Kunst so sprechen darf.«
»Und gnädiges Fräulein haben keine Zeit für — für andere Dinge?«
Sie lächelte. »Oh, ich finde schon Zeit, wenn mich gerade etwas Besonderes interessiert.«
»Wozu die Liebe nicht zu rechnen ist?« Und er sah ihr lachend in die Augen.