»Interessiert mich allerdings nicht.«

»Schon die zweite Dame heute abend, welche von diesem schönen Gefühl nichts wissen will.«

»Mein Gott, ich habe schon zu schlimme Erfahrungen gemacht und habe es abgeschworen, mich jemals wieder damit zu befassen.«

Er sah sie verblüfft an. »Gnädiges Fräulein hatten unglücklich geliebt?«

Sie nickte. »Es war schrecklich! Nicht nur einmal, sondern dreimal hatte ich eine unglückliche Liebe. Da werden Sie verstehen, daß man Schluß machen will.«

»Gnädiges Fräulein belieben zu scherzen. Bei Ihrer Jugend —«

»Gott, ich habe eben früh angefangen. Mit zwölf Jahren verliebte ich mich sterblich in meine Erzieherin, eine dunkeläugige leidenschaftliche Polin, die eines schönen Tages mit der Wirtschaftskasse meiner Mutter verschwand. Dann kam mein Klavierlehrer an die Reihe, der meine Liebe tötete, als er mir freudestrahlend erzählte, daß er sich verlobt hätte und sich als Glücklichster der Sterblichen fühle; seine Braut sei ein Engel. Sie werden begreifen, daß dies mich ernüchterte. Nichtsdestoweniger kam dann die übliche Tanzstundenliebe, welche höchst tragisch endete. Mein Vater traf mich und den Erwählten meines Herzens in der Konditorei unseres kleinen Garnisonstädtchens bei Apfelkuchen und Schlagsahne. Ihm wurde in meiner Gegenwart eine Ohrfeige angeboten, bedenken Sie — und ich wurde schreckensbleich und bebend in Erwartung der Strafpredigt hinweggeführt. Sie sehen, ich habe kein Glück in der Liebe.«

»Allerdings unerhörtes Pech, gnädiges Fräulein. Ich begreife vollkommen, daß Ihnen die Lust vergangen ist. Doch trotzdem möchte ich raten, es noch einmal auf einen Versuch ankommen zu lassen, gnädiges Fräulein müssen Ihre Liebe nur einem Würdigeren zuwenden.«

»Und Sie glauben, daß ich den hier finden werde?«

»Ich bin sicher.«