»Ich will es sein, Inge.«
»Darf ich Mutter zu dir sagen?«
Schweigend nickte Ebba. Sprechen konnte sie nicht, denn ein Schluchzen saß ihr in der Kehle. Ihr wochenlanges Bemühen ward von Erfolg gekrönt. Es war ihr gelungen, diese junge Seele von Schmutz und Schlacken zu befreien, den Kern, der von Häßlichem überwuchert, an die Oberfläche zu bringen. Nun lag dieses junge Herz in ihren Händen, an ihr war es, es zu hüten und zu pflegen, es zu bewahren vor schlechten Einflüssen.
Eine junge Seele hatte sich ihr zu eigen gegeben, ein Mensch war da, der sie brauchte, dem sie etwas sein konnte.
Weihnachten, das Geburtsfest der Liebe, es spendete ihr der Gaben schönste, es gab und forderte Liebe. —
»Jeder Mensch trägt sein Schicksal in sich.«
»So glauben Sie an eine Vorbestimmung?«
»Nicht in dem Sinne des Sichbeugens. Unser Schicksal ist uns vorgezeichnet, es zu erfüllen — die Mittel und Wege dazu sind uns anheimgegeben. Wir lenken unser Schicksal auf Grund unserer Charakterbildung. Wir selbst sind verantwortlich für unser Leben.«
»Eine schwere Verantwortung wäre uns da aufgebürdet, Herr Gehring, und nicht viele würden bestehen.«