Und sie wußte nun, daß sie ihn liebte, liebte mit all der aufgespeicherten Zärtlichkeit, mit dem nach Liebe und Glück verlangenden Herzen.
»Ach du, ach du, liebst du mich?«
Wer die Spannkraft des Wünschens und festen Wollens hat, der hat die Erfüllung schon in sich. Es ist in dem Menschen oft eine Intensivität des Wollens und Wünschens, der das Schicksal meist nicht widerstehen kann.
Das Blut rauschte ihr in den Ohren, es war noch jung, dieses Blut, noch so unverbraucht! Und so voller Sehnsucht und Glückshunger! Schaffen ist Schöpferfreude. Zur Freude gehört die Liebe. Ein einziger Mensch muß das Echo der Welt sein. Ein einziger Mensch, der nur ihr gehörte!
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»Bitte, meine gnädige Frau, wer ist diese vornehme, auffallend schöne Erscheinung dort am Kamin?«
Der junge Gardeleutnant stand, das Monokel im Auge, vor Thea Westphal.
»Das ist ein aufgehender Stern an unserm Konzerthimmel, mein lieber Herr von Zedlitz, eine angehende Konzertsängerin. Wird heut bei mir ihr erstes kleines Debüt haben. Ich bin überzeugt, sie wird Karriere machen.«
»Mit dieser Erscheinung ohne Zweifel.«
»Mit dieser Bemerkung dürften sie sich bei der Dame nicht gut einführen, Herr von Zedlitz. Sie scheinen nicht zu wissen, daß Künstler ihre Karriere nur ihrer Kunst zu verdanken wünschen — wenigstens offiziell.«