Er biß sich auf die Lippen. »Verzeihen gnädiges Fräulein meine Anmaßung.«

»Gnädiges Fräulein, Sie machen doch auch mit? Wir sind schon eine große Gesellschaft beisammen, Sie müssen auch dabei sein, unbedingt!«

Herr von Reitzenstein war zu Gerda getreten.

»Wobei denn, was soll ich mitmachen?«

»Das Kostümfest der Kunstschule. Ein herrliches, ungezwungenes Fest. Da kann man seiner Laune so ganz die Zügel schießen lassen.«

»Vorausgesetzt, daß man die passende Partnerin dazu findet, Herr von Reitzenstein,« wandte Lotte ein.

»Findet man immer, gnädiges Fräulein. Auswahl zur Genüge.«

»Wählerisch scheinen Sie gerade nicht zu sein.«

»Sie irren, meine Gnädige. Aber man hat eben die Wahl. Das sagt alles.«

»Sie mögen recht haben. Sagen Sie zu, Fräulein von Wangenheim, ich nehme Sie in meinen Schutz. Sie müssen so ein Künstlerfest einmal mitmachen. Allerdings ist in meinen Augen immerhin eine Gefahr damit verbunden. Diese Berliner Kostümfeste können zweierlei Wirkung haben. Entweder sie verwirren die Begriffe, oder aber, sie festigen den Charakter.«