Eine glutäugige Zigeunerin kommt ihnen entgegen und hängt sich dem Maler an den Arm. »Komm, trink mit mir, du Wilder. Ich habe dich schon lange gesucht. Laß die Griechin, die hat Fischblut in den Adern. Komm, ich verschmachte.«

»Geh, und laß mich in Ruhe. Kühle dein Blut mit anderen!«

»Ich will, daß du kommst!« zischt sie.

»Geh,« und mit einem Ruck schüttelte er sie ab.

Sie sieht ihn böse an. »Du willst es — ich gehe.«

Sie gehen zurück. An der Tür, die zu dem Nebensaal führt, in welchem sie ihren Tisch haben, hat ein Leierkastenmann mit seinem Weibe Posten gefaßt. Unentwegt dreht er seine Orgel, während das junge Weib jedem Vorübergehenden einen Teller entgegenhält. Die großen braunen Sammetaugen schauen bittend und bettelnd auf Ebba. Der Maler hat die Börse gezogen und legt ein Geldstück auf den Teller. »Was du für schöne Auge hast.« Und er greift nach dem Kinn der Bettelfrau, um ihr das Antlitz zu heben. Einen Schritt nur, einen einzigen, weicht sie zurück, ernst und vorwurfsvoll treffen ihn ihre Augen — und seine ausgestreckte Hand sinkt zurück.

Ebbas Blicke leuchten auf. Mit einem warmen Blick umfängt sie das Weib, und zu dem Maler spricht sie: »Nicht alle tollen sich aus.« — —

Gerda hatte mit Winkelmann getanzt.

Er hält sie noch umschlungen und flüstert: »Führe mich in Versuchung.«

Sie lacht. »Mönchlein, Mönchlein, gelüstet es dich, deine Standhaftigkeit zu zeigen?«