»Vielleicht.«
»Ich muß dir aber gestehen, daß es mir durchaus nicht schwerfällt, deiner Lockung zu widerstehen.«
Sie sieht ihn an. Spricht er die Wahrheit? Sie wußte, er war in ihrem Bann, sie wußte, daß er sie als seine Beute betrachtete. Oh, daß er es wagte! Es reizte sie, diesen Mann zu quälen, zu peinigen. Ja, es war wahr, eine grausame Freude fühlte sie. Am Narrenseile wollte sie ihn führen. Das sollte ihre Rache sein.
Sie lachte, ein leises, girrendes Lachen. Sie hatte schnell getrunken. Das Blut prickelte ihr in den Adern. Sie schloß für einen Moment die Augen. Herrschen und beherrschen. Eine Welt zu ihren Füßen. Das war lachendes, jauchzendes Leben.
»Oh — ein vom Himmel gefallener Stern.« Der schlanke Ritter stand vor den beiden und sah sie mit kläglicher Miene an.
»Sanft vom Himmel herniedergeglitten, um die Menschenkinder zu ergründen, mein Ritter,« spricht Gerda.
»Eine schwere Aufgabe hast du dir da gestellt, mein schimmernder Stern.«
»Ich wähnte sie schwer und fand sie spielend leicht.«
»So hast du deine Aufgabe schon gelöst?«
Sie nickt.