Dann sahen die beiden Männer auf die Augen, die kühl und klar, herrisch sie anblickten.

»Sterne sind nicht von dieser Welt. Kehre an deinen Himmel zurück, Königin.«

»Oh, nein, ich werde bleiben. Bleiben in dieser Welt. Gehöre ich auch nicht zu ihr, so will ich doch leben in ihr. Doch nun an die Arbeit. Kommen Sie, Herr von Reitzenstein, jetzt tanzen wir. Und du, Mönch, geh’ und predige Entsagung!« — —

* *
*

Es war zwei Tage nach dem Künstlerfest. Ebba saß in der Kaminecke und erwartete ihre Freunde. Ein wenig würden sie wohl noch auf sich warten lassen. Zeit für sie, ihren Gedanken nachzuhängen. Die Scheite im offenen Kaminfeuer knisterten und verbreiteten eine wohlige Wärme. Ebba dachte an Thea Westphal. Ob Inge ›das ballspielende Kind‹ gesehen hatte? Und Lukas! Wo war Lukas gewesen? Kümmerte er sich denn gar nicht um seine Frau? Hatte er sich auch mit seiner Frau auseinandergelebt, so war doch Inge da, ihr gegenüber hatte er Pflichten. Sie konnte ihm den Vorwurf der Schwäche und Charakterlosigkeit dieser Frau gegenüber nicht ersparen. Und doch hatte sie ein grenzenloses Mitleid für ihn.

Leise öffnete sich die Tür, und der, an den sie eben so lebhaft gedacht, stand vor ihr.

»Lukas, du?«

Er sah blaß und übernächtigt aus. In seinen Augen lag ein scheues, flackerndes Zucken. Schwer ließ er sich in den Sessel fallen. Er sah sich um. Hier war es still und milde. Ja, hier war seine Zuflucht.

Eine sanfte Helle lag über dem zierlich gedeckten Teetisch, während der andere Teil des Zimmers in Halbdämmer lag. Die Bilder, die ruhigen Möbel! Er dachte an grell bestrahlte Räume voll Prunk und an eine Frau, die nur von Vergnügungen und Eitelkeiten wußte.

Es schien, als fröre ihn.