Auf der Straße mit Tafel »Verbotener Weg« (l.) kann man zum Gipfel des Bernsteins (921 m) [südöstlich] gelangen, wenn man nach etwa 8 Min. l. einen Pürschsteig verfolgt (insgesamt 1,5 km). Auf dem mächtigen, aber flachen Gipfel befinden sich einige Felsgruppen, deren höchste eine Triangulierungssäule trägt. Aussicht teilweise verwachsen.
Unser Weg steigt nun weiter noch ein wenig an und mündet in etwa 6 Min., wo der Wald sich lichtet, in einen von r. kommenden Hohlweg ein, gleichzeitig wendet er sich stark nach l. Wir kommen l. nahe an den Wildzaun und erreichen nun die höchste Erhebung der Kammwegstrecke im östlichen Erzgebirge mit 910 m Seehöhe, leider ohne Ausblick. Es folgt Jungwald. Von links kommt aus dem Wildzaun ein Fahrweg und dann eine breite Straße, die sich mit unserem Fahrweg vereinigt. R. Stein 23 und 112. Weg senkt sich. Austritt auf eine große Waldblöße, durch die sich lieblich und sanft ansteigend unser Weg hindurchschlängelt und schließlich nach r. umbiegt. L. Steine 111, 108, 42, 6; r. 1 (hier zweigt ein Fahrweg l. ab), 2, 3, 4, ⁴/₁, auf der Straße weiter und schon werden einige Häuser des Dorfes Ladung sichtbar, auf die wir zuwandern. Wir kommen zu dem 1. Hause Nr. 23. Die Straße führt l. in das Dorf Ladung, der Kammweg gerade aus, r. nahezu nördlich an dem Hause Nr. 23 vorbei.
(10 km) Ladung ist eines der höchstgelegenen Dörfer des Erzgebirges (911 m) und zählt 28 Häuser mit 115 Einwohnern. Echtes Gebirgsdorf mit 2 einfachen Gasthäusern (das obere ist besser). Ladung hieß vor Zeiten Langendorf. Eine Zollstraße führte durch den Ort. Diese konnte aber zwischen Stolzenhan und Ladung wegen der überaus großen Steigung kein beladener Wagen befahren, die Ladung mußte über die steile Lehne heraufgetragen werden und konnte erst wieder »in der Ladung« auf den Wagen geladen und weiter befördert werden. Der Name Langendorf kam bald außer Gebrauch.
Vom Hause 23 führt uns eine neuerbaute Straße (Kammwegmarke und grünweiße Marke) unmittelbar in den Wald und ziemlich gerade abwärts. Eine lange Schneise mit herrlicher Aussicht auf waldige Höhen kreuzt rechtwinkelig, eine große Waldblöße wird durchschritten.
R. erhebt sich die 920 m hohe Hübladung mit (r. vorne) den Felszacken des Eduardsteines.
Nach 1½ km von Ladung taucht vor uns das Forsthaus Nr. 23 auf, Austritt aus dem Walde und herrliche Ausschau.
Die Kammhöhen senken sich zum Natschungtale und bilden eine liebliche Mulde mit den zerstreuten Häusern von Kleinhan und (12 km) Rudelsdorf. Kammthronend (auf einem Seitenkamme) stehen Kirche und Schule von Kleinhan. Sie sind ein Denkmal Kaiser Josef II., welcher auf einer Erzgebirgsreise im J. 1766 auch hierher kam und auf Ersuchen der Bewohner von Kleinhan, Rudelsdorf und Ladung beide erbauen ließ. Die gesamte Kircheneinrichtung (auch Altar und Predigtstuhl) mit Ausnahme einiger Bänke stammt aus dem Kloster von Laun an der Eger, das Kaiser Josef neben andern überflüssigen Klöstern Oesterreichs aufhob und dessen Einrichtung er der Kirche zu Kleinhan überließ. Die Kleinhaner Kirche (848 m) ist im oberen Flöhagebiet weithin sichtbar.
Vor dem 1. Hause (Forsthaus) Wegteilung, gerade aus nach Kleinhan, r. zum Eduardsteine 0,5 km.
Der Eduardstein (früher großer Stein genannt) ist eine romantische Felsengruppe auf dem Hübladung mit weiter Aussicht besonders gegen Sachsen bis in die Gegend von Augustusburg, aber auch bis zum Keil- und Fichtelberg hinauf gegen Westen. Er wurde vor etwa 20 Jahren zu Ehren des damaligen Obmannes des Görkauer Erzgebirgsvereines Eduard Täubner »Eduardstein« genannt. Er ist ein Granitfels, wie auch das ganze Bernsteinmassiv aus Granit besteht.
Als Kammweg führt vom Forsthause l. ein Sträßchen hinab zum Wegweiser an der Bezirksstraße Göttersdorf–Kleinhan. Ein meterhoher Grenzstein kündet uns, daß wir nun den Brüxer Bezirk verlassen. Wir schreiten nun l. die Straße gegen Neuhaus (Göttersdorf) hinab. L. ein kleiner Teich hart an der Straße, r. eine Mühle mit größerem Teiche, aber entfernter.