Nichts von der Adelsberger Grotte, dem herrlichen Miramare, den Kriegsschiffen.

Oesterreich hat kein Heer mehr, da längst ein Abrüstungstraktat in Europa besteht; aber man unterhält eine sehr bedeutende Seewehr. Alle Continentalstaaten, welchen im Osten Rußland gegen Subsidien und Mannschaften vollen Schutz sichert, haben einen Küstenschutzverband verabredet und unterhalten nicht nur Küstenbefestigungen, sondern auch eine starke Marine, theils zum Schutze gegen England, das von Gibraltar bis zum rothen Meere aus allen Meeren und Inseln verdrängt worden ist, theils zum Schutze gegen die Raubstaaten in Argentinien und China, von wo aus die Piraterie schamlos betrieben wird.

Wir erkundigten uns, ob die Seeleute für den Handels- und Marinedienst ausgehoben würden, und erfuhren, daß man dazu, wie auch für die Truppen, welche in Sibirien dienen, nur jene Freiwilligen nehme, welche dafür die geringste Entschädigung fordern. Natürlich könnten sie kein Handgeld fordern, aber sie begnügten sich meist damit, daß ihnen ein Friedensjahr für 18, ein Kriegsjahr für 24 Monate gerechnet würde.

Auch von Abbazzia und dem großen Feuerwerke, das dort zu Ehren fremder Gäste stattfand, brauchen wir wohl nicht zu berichten. Wohl aber will ich einiges von unserem kurzen Besuche am kaiserlichen Hoflager auf der Insel Lacroma erwähnen.

Wir fuhren am Freitag um drei Uhr auf einer kaiserlichen Yacht vom Festlande auf die Insel hinüber. Der Hof mied sonst die südlichen Gegenden in den Sommermonaten, aber auf den Wunsch der Frauen der kaiserlichen Familie hatte man heuer versucht, den Aufenthalt im Süden dadurch erträglich zu machen, daß man der Natur trotzte. Man schlief vom Morgen bis zum Abende und stand um sechs Uhr abends auf. Die ganze Insel und die weitläufigen Schloßgebäude waren die Nacht über feenhaft beleuchtet. Man hielt die Mittagstafel um zwei Uhr morgens.

Der Kaiser und die Kaiserin blieben auf den Schlössern incognito und verkehrten wie geladene Gäste. Die Repräsentation führte diesmal ein Graf Andrassy mit seiner reizenden jungen Frau. Es war aber bereits für Samstag die Uebersiedlung des Hoflagers nach der Rosenburg bei Horn festgesetzt.

Da die Bewohner der Schloßgebäude noch im tiefsten Schlafe lagen, führte mich, — Forest hatte sich einem anderen Begleiter angeschlossen, — eine Aufwärterin, die Tochter des Schloßverwalters, Anselma, in die kaiserlichen Gemächer, die den Besuchern geöffnet waren. Eine Brise vom Meere her kühlte die Luft ab und wir durchwanderten die weitläufigen Räume. Anselma lüftete zuweilen die schweren Verhänge, um mich nach den Gärten und Wäldern blicken zu lassen.

Dann kamen wir nach dem Cabinete, wo der Kaiser seine Amtsgeschäfte erledigt, und dem Secretariate. In das Arbeitszimmer des Kaisers und das Secretariat führen die elektrischen Drähte. In letzterem zeigte mir meine Führerin die Phonographen mit einer Anzahl von einzulegenden Rollen und sie sagte, daß um sieben Uhr abends die Sitzung des Ministerrathes und der Reichstribunen am Forum in Wien begänne und da finde eine genaue Aufnahme der Referate und abgegebenen Voten durch die Phonographen statt. Jene würden von den Secretären im Nu schriftlich übertragen und beinahe gleichzeitig mit den Verhandlungen vom Cabinetschef dem Kaiser vorgelesen, der seine Entscheidungen bekannt gebe und oft Aufklärungen fordere, oder Aufschub anordne, wenn er schriftliche Vorlagen für nöthig halte.

Die Amtsgeschäfte des Kaisers werden meist in einer Stunde erledigt.