Ich erinnerte mich, als wir nach Tulln kamen, daß ich mich mit Selma sollte “verbinden” lassen, und ging nach dem Telephone im Gemeindepalaste, der beinahe verödet war. Ich ließ mich mit dem Kahlenberge in Verbindung setzen und fragte nach Selma, die mich bald darauf anrief und mich begrüßte. — “Schöne Selma, ich freue mich, mit dir zu plaudern.”

“Du kommst mir gerade recht, sage mir doch, was haben denn Lori und Zwirner so gedrängt, nach Königstetten zu kommen?” — “Das ist ein Geheimniß.”

“Warum nicht gar, in Oesterreich hat man keine Geheimnisse.”

“O doch, ich selbst habe ein gar liebes Geheimniß, das ich mit nach Hause nehme.”

“Du scheinst mir ein lockerer Zeisig zu sein.”

“O gar nicht, ich bin im Gegentheile recht beständig.”

“Ich traue dir zu, daß du in nichts beständig bist, als in der Unbeständigkeit.”

“Falscher Verdacht, aber immerhin will ich mich von dir unterweisen lassen, wenn ich noch der Vervollkommnung bedarf.”

“Danke für das Vertrauen, ich habe einen Schüler, dem ich mich ganz widme und der erstaunliche Fortschritte gemacht hat, und wenn ich seine Erziehung vollendet habe, will ich mich zur Ruhe setzen und keine Schüler mehr annehmen.”

“Da bin ich wohl zu spät gekommen?”