“Aber das allein ist nicht der Nutzen, den meine Kunst schafft, daß sie Unzähligen Freude macht. Ich begeistere mit meinen Werken für die plastische Schönheit, ich entwickle den Sinn für die Schönheit des Menschenleibes und predige allerorten die Lehre, daß am Menschen nur schön ist, was gesund ist, was kräftig ist und dem Wetter ebenso, wie den Unbilden des Lebens trotzen kann. Ich trage durch Kunstwerke und Lehre dazu bei, eine rechte Freude an schönen Menschenkindern wachzurufen, und so ist es dahin gekommen, daß jene, denen die Ehe versagt ist, sich damit getrösten, daß es eine für alle heilsame Enthaltsamkeit ist, die von ihnen gefordert wird, und daß jene, die in der Ehe leben, sich wie Priester betrachten, die an dem ungeheueren Werke mitarbeiten, eine Menschheit fortzuerhalten, die sich die Erde vollkommen unterwirft und einst alle Gottheitsideale in sich verkörpern wird. Wie das neunzehnte Jahrhundert die innerliche Einheit der Naturkräfte feststellte, haben wir zur Evidenz gebracht, daß die Ideen des Guten, Wahren und Schönen in ihrem Wesen nur ein Gesetz sind und das Gute nichts anderes ist, als das im menschheitlichen Sinne Zweckmäßige oder Oekonomische. Was einst nur wenige träumten, erfüllt jetzt ganz die Phantasie aller. Nicht müde werden unsere Jugendbildner, die Worte des Jesaias einzuprägen:

‘Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde und dessen, was vorher war, wird man nicht gedenken, noch wird es kommen in den Sinn.’

‘Dann wird kein Kind sein, das nur Tage lebt, kein Greis, der seine Zeit nicht erfüllt; denn ein Knabe wird nur nach hundert Jahren sterben und ein Sünder von hundert Jahren verflucht werden.’

‘Sie werden Häuser bauen und bewohnen und Weinberge pflanzen und die Früchte davon genießen.’

‘Sie werden nicht bauen und ein anderer bewohnen, nicht pflanzen und ein anderer davon essen, denn die Tage meines Volkes werden sein wie die Tage des Baumes, und die Werke ihrer Hände werden ein hohes Alter erreichen.’

Meine Auserwählten sollen nicht vergebens arbeiten, noch Kinder zeugen mit Schrecken.[H]

Und auch Petrus hat als das Werk des Zimmermannes von Nazareth uns bezeichnet:

‘Wir erwarten nach seiner Verheißung eine neue Erde, in welcher Gerechtigkeit wohnt.’[I]