Buffet von Arch. Georg Winkler.

»Zwei alte Wünsche meines Herzens stehen auf. Ich möchte eine Wohnung von zwei großen Zimmern haben, mit wohlgebohnten Fußböden, auf denen kein Stäubchen liegt; sanft grüne oder perlgraue Wände, daran neue Geräte, edel massiv, antik einfach, scharfkantig und glänzend; seidene graue Fenstervorhänge, wie matt geschliffenes Glas, in kleine Falten gespannt, und von seitwärts gegen die Mitte zu ziehen. In dem einen der Zimmer wären ungeheuere Fenster, um Lichtmassen hereinzulassen, und mit obigen Vorhängen für trauliche Nachmittagsdämmerung. Rings im Halbkreise stände eine Blumenwildnis, und mitten darin säße ich mit meiner Staffelei und versuchte endlich jene Farben zu erhaschen, die mir eben im Gemüte schweben und nachts durch meine Träume dämmern — ach, jene Wunder, die in Wüsten prangen, über Ozeane schweben und den Gottesdienst der Alpen feiern helfen. An den Wänden hinge ein oder der andere Ruysdael oder ein Claude, ein sanfter Guido und Kindergesichtchen von Murillo. In dieses Paphos und Eldorado ginge ich dann nie anders, als nur mit der unschuldigsten, glänzendsten Seele, um zu malen oder mir sonst dichterische Feste zu geben. Ständen noch etwa zwischen dunkelblättrigen Tropengewächsen ein paar weiße ruhige Marmorbilder alter Zeit, dann wäre freilich des Vergnügens letztes Ziel und Ende erreicht.«


Wie man Bilder hängt.

Im »Turmalin«, einer Geschichte, so dunkel wie der Edelstein, nach dem sie benannt ist, erzählt Adalbert Stifter von einem wunderlichen Manne, der die vier Wände seines Wohn- und Arbeitszimmers vollständig mit Bildnissen berühmter Männer behing. Es war kein Stückchen, auch nur handgroß, das von der ursprünglichen Wand zu sehen gewesen wäre. In der Sache lag System, und sie dürfte zu des seligen Biedermeiers Zeiten Schule gemacht haben. Denn als ich einmal in einem Schlosse zu Gast war, das in jenen Tagen eingerichtet wurde und die ursprüngliche Einrichtung heute noch unverändert besitzt, sah ich ganze Wände mit schmalen, einfachen Goldrahmen dicht behängt, darin Lithographien, ebenfalls Bildnisse berühmter Männer, zumeist der Kriegsgeschichte angehörig, zu sehen waren. Wie ich nachträglich hörte, hatte das Schloß einem berühmten Feldherrn zum Aufenthalte gedient.

Sitzgelegenheit in einem Salon von Architekt Georg Winkler.