Wozu ein wüstes, liederliches Leben genauer schildern?

Die Gesellschaft hatte den Zuckerhannes auf die Hochschule des Lasters und der Verbrechen geschickt und das Heimaththal desselben keinen triftigen Grund, ihn deßhalb anzuklagen, weil er Schlechtes sah und hörte, Schlechtes endlich selbst ausübte und hierin mit jener Raschheit fortschritt, welche seinem ursprünglich heftigen Temperamente und der Natur des Bösen entsprach.

Sein Leben nach der Entlassung drängt zu wenigen Bemerkungen.

Erstens nämlich halten wir jenes Gesetz, welches entlassene Sträflinge in ihre Heimath treibt, deßhalb für unzweckmäßig, weil es in den meisten Fällen bei weitem mehr schadet als nützt und die Quelle manches Rückfalles wird.

Zweitens möchte man Entlassene auch ferner polizeilich überwachen, weil dadurch manche Verbrechen vorgebeugt wird. Aber die Polizei ist die allerletzte Macht, welche auf Gesinnungsänderung und Besserung der Menschen einigen Einfluß übt oder es einem Entlassenen erleichtert, sein Fortkommen als ehrlicher Mensch zu finden. Hier sollten angesehene und menschenfreundliche Leute, Geistliche und Laien, sich ein bischen aus ihrer Bequemlichkeit aufraffen und die an vielen Orten in ruhigern Zeiten aufgetauchten, doch bald wiederum entschlafenen Vereine für Entlassene von Neuem begründen.

Kleider und Geld besitzt mindestens bei uns wohl jeder Entlassene zur Nothdurft, dagegen braucht er eine moralische Macht, welche sich seine Hochachtung und Liebe zu erwerben und damit Einfluß auf seine Gesinnungen und Handlungen zu gewinnen versteht. Heutzutage, wo viele Arme gerne arbeiteten, wenn sie nur Beschäftigung immer fänden, ist es ferner eine Hauptsache, Entlassenen Gelegenheit für Arbeit anzuweisen oder dieselben wo möglich nach Amerika zu spediren, wo sie Erwerb und je nach Umständen auch einen Galgen finden.

Weßhalb aber soll man sich um Entlassene mehr bekümmern, denn um ehrliche Arme? Weil Entlassene gefährlich gewordene Arme sind, die weit leichter als andere Menschen sich zu Verbrechen hinreißen lassen, insbesondere wenn sie des Glückes der Gesellschaft anderer Verbrecher längere Zeit theilhaftig geworden.

Drittens endlich hat der Stifter der Gesellenbunde den besten Weg gezeigt, auf welchem den Grundübeln der Zeit zu Leibe gegangen werden mag.

Wer ist den Hetzereien und Wühlereien gewissenloser Demagogen und politischer Fanatiker zumeist ausgesetzt als der Stand der Handwerker? Der kleine Handwerker, der Mittelstand überhaupt, scheint zum Opfer des gewaltigen Aufschwunges der Industrie, des Welthandels und neuer Erfindungen bestimmt zu sein und im Fabrikproletariat gänzlich verschwinden zu wollen. Handwerk hat heutzutage keinen goldenen Boden mehr, das Kapital arbeitet sich zum eigentlichen Herrn und König einer neuen Zeit empor; den Kleingewerben vermag der edelste Fürst, die wohlwollendste Regierung nicht mehr auf die Beine zu helfen oder das Anwachsen und die Gefahren des Proletariats zu verhindern.

Hier kann zumeist nur Gott und können nur die Einzelnen selbst sich retten, indem die Religion die Unzufriedenheit und Trostlosigkeit des Gemüthes durch ihren Frieden, die steigende Genußwuth und Verdienstlosigkeit durch Genügsamkeit und Sparsamkeit der Armen, durch großartige Maßregeln christlicher Liebe und politischer Vorsicht von Seite der Reichen ersetzt.