Es war noch nicht Johanni und an einem Tage, an welchem das Regiment Kinski die Wachen bezogen hatte, spazierte ich zu der Stunde, wo ich sonst zum Rasiren ging, aus Prag hinaus.

Vor dem Thore zog ich die Civilkleider aus, die Montur war darunter, ich warf dieselbe weg; derjenige, der sie finden und dafür 24 Gulden bekommen sollte, war schon in der Nähe!

Ohne Speise und Trank marschiere ich 6 bis 7 Stunden weit, dann trat ich bei einem Bäcker ein, ließ mir Semmel und Branntwein geben. "Woher des Landes?"—"Bin bei Eger zu Hause!"—"Freund, Ihr seid kein Deutschböhme!" —"Warum nicht?"—"Hm, hm!"

Kaum bin ich vor dem Neste draußen, kommen Bauern mit Prügeln, schreien, ich sei ein Deserteur, bringen mich zum Richter, dieser läßt mich auf die Dorfwacht bringen, an einem Fuße fesseln und am andern Tage sitze ich bereits wieder zu Prag, jedoch nicht im Wolf, sondern im—Staabsstockhaus.

Der Profoß sagte mir, die Frau meines Gefreiten sitze bereits; ich weinte darob und behauptete, meinethalben sei sie nicht in Arrest, ich habe nur für ihren Mann barbirt und genommen, was er mir dafür gab!

Mein Papiergeld versteckte ich in den Strumpf, kam am andern Tage ins Regimentsstockhaus und ins Verhör.

"Woher die Zivilkleider?"—"Mitgebracht!"—"Dann?"—"Im Wolf, dann bei der Frau des Gefreiten, endlich im Strohsacke!"—"Dann?"—"Auf dem Leibe unter der Montur!"—"Die Montur?"—"Hinter einem Gartenzaune!"—"Wie kamst du zum Thore hinaus?"—"In Civilkleidern und mit einer Karte!"—"Woher die Karte?"—"Um 12 Kreuzer auf der Brücke gekauft![">[—"So! Nun diesmal geht es anders, Paule!"

Am nächsten Tage erfahre ich, mein Schlafkamerad sei im Verhöre gewesen, die Frau des Gefreiten, die freilich sammt ihrem Manne alles gewußt hatte, freigelassen worden. Ich war sehr froh darüber und wurde lustig, weil ich um baares Geld alles bekam, was ich wünschte.

Wie ich wieder ins Verhör komme, stehen 4 Unteroffiziere da und ich denke: "Jetzt gute Nacht, Paule, 's gibt eine schwere Tragödie!"

Der Auditor kommt und eröffnet, ich werde die schwerste Strafe erleiden, wenn ich nicht sage, woher ich meine Karte habe; sage ich es, dann werde ich von aller und jeder Strafe frei bleiben.