Das war gut, allein mir trug es keine Rosen, denn der Amtmann vergaß mir den Streich nicht, den ich ihm gespielt hatte, jetzt bekam er mich selbst in die Klauen und sein erstes Wort hieß: "Warte, dich Lalle will ich zahm machen!"

Was ich zerschlagen, war ohne großen Werth und ich wollte es bezahlen, was ich genommen, war mein Eigenthum und ich erbot mich, dieses zu beweisen, wiewohl das Mädchen niemals ein Geschenk von mir empfangen zu haben versicherte. Im nächsten Verhöre wurde die Klägerin mir gegenüber gestellt, läugnete abermals, ich aber wollte beweisen, daß die Ohrenringe, in welchen sie gerade prunkte, ebenfalls mir gehörten, nannte den Goldarbeiter und zwei andere Zeugen, doch der Amtmann wollte nichts von ihnen hören.

Er spielte fortwährend mit einem Lineal um meine Nase herum, ich bat ihn drei und viermal, das Spiel aufzustecken, dafür trieb er es desto ärger und ruhte nicht, bis ich ihn bei der Gurgel nahm, zu Boden warf und ihm einige saftige Faustschläge ins Gesicht versetzte.

Ich bekam vier Wochen Dunkelarrest bei Wasser und Brod, doch noch heute freuet es mich, dem Kerl den Meister gezeigt zu haben. Damals wurde meine Freude getrübt, weil der Gefangenwärter sammt seiner Frau mich auf jede mögliche Weise fortwährend ärgerten, quälten und verfolgten.

Wie der Herr, so der Knecht, in meinem Falle waren beide boshafte, heimtückische Tyrannen.

Der Kerkermeister sollte durchaus Händel mit mir suchen, ich merkte es damals schon und dachte. Was Ihr wollt, könnt Ihr beim Paul bekommen!

Einmal verlangte ich Stroh, weil ich bereits auf den bloßen Brettern lag, mehrere Tage später kommt die Frau des Gefangenwärters und sagt. "Vor der Thür liegt Stroh, fülle Er seinen Sack!"—"Nein, fülle Sie ihn, Sie hat Ihr Wartgeld dafür!"—"Soll ich meinen Mann schellen?"—"Nur zugeschellt, ich fürchte Ihren Mann nicht!"

Das Weib rennt zornig fort, bringt den Mann und dieser kreischt. "Willst Du Deinen Sack füllen oder nicht?" "Nein, ich will nicht, Du bist dazu da!" Er wollte mich packen und mit einem Stocke prügeln, den er mitgebracht, doch ich kriege ihn an der Kravatte, brachte ihn zu Boden und zeigte ihm, wo Barthel Most holt. Seine Frau will mir geschwind ein Fußeisen anlegen, ich versetze ihr einen Tritt, daß sie heulend und schimpfend davon rennt und bearbeitete ihren Mann, daß ihm Hören und Sehen vergeht. Das Weib kommt mit zwei Schaarwächtern; vor der Thüre liegen einige große Steine, ich nehme einen und gehe damit den Schaarwächtern entgegen, daß sie davonliefen. Der Gefangenwärter liegt in meinem Käfig und kann nicht mehr aufstehen, ich laufe auf dem Gange herum, bis der Amtmann mit 6 bis 8 Leuten kommt, von denen Jeder einen Bengel hat. Ich eile in meinen Käfig, der Amtmann kreischt. "Gehe heraus!"—"Nein, Du Mörder, ich habe nichts mit Dir!"—"Wendet Gewalt an!" brüllt er.—[">[Das werdet Ihr bleiben lassen, wenn Euch euer Hirnkasten lieb ist!" schrie ich. Doch Zwei packten mich und hätten mich beinahe erwürgt; der Zorn gab mir Riesenkräfte, ich schmiß beide zum Käfig hinaus, Keiner wollte mehr anbeißen und ich sage. "Ich gehe heraus, wenn der Bürgermeister da sein wird!"

Der Amtmann läßt den Kerkermeister wegtragen, den Bürgermeister holen, ich gehe ins Verhörzimmer, mehrere Herren kommen, der Amtmann fragt: "Weßhalb den Gefangenwärter mißhandeln?"—"Du Tyrann, wenn mich die Herren fragen, will ich eure schlechten Streiche an den Tag bringen, Du bist mir zu schlecht, als daß ich Dir antwortete!"

Den Herrn erzähle ich Alles; sie lassen den Prügel des Kerkermeisters holen, der noch auf dem Boden meines Gefängnisses lag und sage auch, weßhalb mich der Amtmann ins Unglück bringen wolle. Jetzt erfuhr ich, das Mädchen habe einen Eid geschworen, daß es Nichts von mir besitze. Ich bitte meine Zeugen vorzuladen, meine Mißhandlung dem Herrn Kreisdirector zu melden, der Bürgermeister räth mir, Alles beim Schlußverhör anzugeben, damit es das Hofgericht erfahre.