"Er steht da, als ob er die chinesische Mauer vor der Nase hätte, er verzwickter Schafskopf, non plus ultra der Rindviehdummheit, elender Böotier!—Er kann sich als Preisträger des landwirthschaftlichen Vereines melden—Fahr Er Mist, dazu ist Er dumm genug, so rindviehmäßig dumm, daß Er nicht einmal zum Schustersjungen taugt—Er Urkalb, Generalassekuranzesel, halte Er sein Maul zum H—!—Geborenes und erzogenes Rindvieh, Er steht unter dem Niveau eines Hundes!—Ein gescheidter Pudel ist intelligenter als ihr Bestien!—Erlöst mich bald in Gottes oder des Teufels Namen!—Hat er Pech am H—? Was will Er denn werden? Theologe! Daß sich Gott erbarme!—Da möchte ich doch lieber in der tollsten Kneipe unter Proletariern sitzen und ihren physischen Dunst einathmen, als euern geistigen Gestank riechen—Setz dich, dein Name ist Rindvieh, man könnte dich zum Präsidenten einer Eselsrepublik machen—Werd' Er Schuster, Barbier oder Leinweber, Er hyperbestialisches Rindvieh—Der Ochse wird nur einmal vors Hirn gehauen, er hats demnach besser als Ihr, denen man täglich vor den Kopf schlägt, ohne daß Ihr Etwas spürt—Ist noch keine Artillerie- oder Bierbrauerstelle für Ihn frei geworden? Er ist verballhornter als ein Esel in der zweiten Potenz—Setz' Er sich auf seine Klauen, Mondkalb! Nicht einmal ein Hund hebt sein Bein auf vor so verthierten Geschöpfen wie Ihr seid!—"
Ich will Sie mit noch derbern und ekelhaftern Redensarten dieses gepriesenen Directors verschonen. Wir haben Sammlungen davon veranstaltet und viele Freude daran gehabt, wenn er uns Gelegenheit gab, dieselbe durch neue zu bereichern.
Die Schulgesetze zu verhöhnen und zu übertreten, galt als Heldenthat.
Vieles ließe sich hier über frappante Aehnlichkeiten zwischen Zuchthäusern und Schulhäusern anknüpfen.
Von pedantischen Schulgesetzen und heimlichen Gesellschaften, von erfolglosen Ermahnungsphilippiken und schlechten Streichen, von öffentlichen Beräucherungen und heimlichen oder auch offen getriebenen Lastern ließe sich Langes und Breites erzählen und hieraus mancher Beleg für die alte und doch niemals genug beherzigte Wahrheit schmieden: daß Sünden, Laster und Verbrechen von kleinen Anfängen ausgehen und gleich schleichenden Krankheiten erst recht offenbar und auffallend werden, wenn sie schwer oder gar nicht mehr heilbar sind.
Blicke ich zurück auf meine Jugendgefährten, was ist aus so Vielen derselben geworden? Ach, mehr als Einer ist gleich mir gemeiner, geschweige "politischer" Verbrecher, gar Mancher hat sich durch Ausschweifungen in ein frühes Grab gestürzt, Viele beweinen ein verfehltes Leben und die Meisten haben es nicht ihrer Erziehung, sondern glücklichen Naturanlagen und einem freundlichen Geschicke zu verdanken, daß ihre Geschichte keine Zuchthausgeschichte geworden—denn Religion haben die Meisten noch heute keine!—Man sage dagegen was man will: alle Wissenschaft und Bildung gibt keine Sittlichkeit, verfeinert höchstens die selbstsüchtigen Triebe des Menschen oder lehrt ihn die innere Roheit und Gemeinheit mit einem äußerlich glänzenden Firniß übertünchen, durch den der wahre wüste Mensch doch täglich hervorbricht. Sittlich sein heißt in Gott leben und in Gott vermag nur der zu leben, welchem in Christo die Kraft geworden, den geistigen Menschen über den natürlichen zur Herrschaft zu bringen.
Was soll man nun von einem Schulwesen halten, welches katholische Kinder von der Volksschule an bis hinauf zur Hochschule mit Geringschätzung gegen positive Religion und noch mehr mit Haß und Mißtrauen gegen die eigene Kirche erfüllt?—
Freilich, wo Katholiken, Protestanten und Juden in Einer Schulbank sitzen, darf außer der Religionsstunde von positiver Religion keine Rede sein und wenn die Religionslehrer meiner Zeit wahre Apostel gewesen wären, so würde der Geschichtsunterricht nicht ermangelt haben, uns für die Reformation und deren Helden ebenso blind zu begeistern als gegen die katholische Kirche einzunehmen und in unheilbarer Unwissenheit über Geschichte, Einrichtungen und Gebräuche derselben zu erhalten.—
Ein Beweis für die Geringschätzung und Verachtung gegen unsere Kirche liegt vielleicht darin, daß ich mich auch nicht Eines Beispiels entsinne, wo Einer von uns auf den Gedanken gerathen wäre, irgend einen Heiligen zu seinem Vorbilde zu wählen und diesen Entschluß auszusprechen.
Und sind die Heiligen als Helden des sittlichen Willens kleiner denn jene Helden, welchen eine befangene Geschichtschreibung Weihrauch streut, weil es großartige Räuberhauptleute, siegreiche Menschenschlächter, glückliche Erfinder oder ohne ihr Zuthun mit hohen Geistesgaben ausgerüstete Männer gewesen?—Wenn einmal jene Zeit da sein wird, wo Christus als lebendiger Mittelpunkt der Geschichte der Christenheit und Menschheit erfaßt wird, dann wird auch der geringste Heilige mehr gelten denn ein lasterhafter Alexander, selbstsüchtiger Napoleon, liederlicher Maler, Geiger oder Komödiant.—