3. Stellung: Hamburg ist vorläufig der Sitz des Zentralvereins, welcher zur Förderung der allgemeinen Zwecke sich mit allen deutschen Frauenvereinen in Verbindung setzt. Diese schließen sich dem Zentralverein an, indem sie sich zu regelmäßiger Unterstützung der gemeinsamen Zwecke verpflichten.
4. Das erste gemeinsame Unternehmen ist die Stiftung einer Hochschule für Mädchen in Hamburg in Verbindung mit der Beförderung der Kindergärten.“
Im Januar 1850 wurde die neue Anstalt eröffnet. Ein Neffe Friedrich Fröbels: Carl Fröbel war ihr erster Rektor. Ihm zur Seite stand ein Verwaltungsausschuß, dem folgende Frauen angehörten: Emma Isler geb. Meyer, Bertha Traun geb. Meyer, Elise Bieling geb. Ström, Mathilde Seybold geb. Mohrmann, Henriette Salomon geb. Goldschmidt, Emilie Wüstenfeld geb. Capelle.
Auch Friedrich Fröbel, der während des Winters 1849/50 in Hamburg weilte und pädagogische Vortragskurse abhielt, unterstützte die junge Anstalt. Zur Charakterisierung der Hamburger Frauenhochschule sei aus dem ersten Programm derselben noch folgendes mitgeteilt:
„Die Anstalt soll erwachsenen Mädchen nach vollendetem Schulkursus eine weitere Ausbildung gewähren, die alles umfaßt, was das praktische, gesellige und geistige Leben in seinen höchsten Sphären von gebildeten Frauen verlangen kann.
Die eigentlichen Schülerinnen, von welchen eine Ausbildung nach allen drei Richtungen gewünscht wird, wohnen als Pensionärinnen in dem Pensionshause der Anstalt, welchem Professor Carl Fröbel und seine Frau Johanna Fröbel geb. Küstner vorstehen. Wenn die Zahl der Pensionärinnen zwanzig übersteigt, wird ein zweites Pensionshaus errichtet.
Zur Übung für das praktische Leben werden die Schülerinnen auf möglichst zweckmäßige Weise mit den Haushaltsgeschäften und der dazu nötigen Buchhaltung vertraut gemacht. In dem zur Anstalt gehörenden Kindergarten lernen sie die erziehende Beschäftigung und naturgemäße Behandlung der Kinder kennen.
Für das gesellige Leben bieten außer der Anstalt die Familien des Bildungsvereins und andere die den Schülerinnen wünschbaren Gelegenheiten dar.
Der wissenschaftliche Unterricht wird in halbjährliche Lehrkurse eingeteilt und zum Teil in Vorträgen, zum Teil an Übungen geknüpft.
Auch außer der Anstalt wohnende Mädchen und Frauen werden zur Teilnahme an den Lehrkursen als Hochschülerinnen oder als Zuhörerinnen einzelner Vorlesungen zugelassen.“