»In französischer Gefangenschaft!«

»Der Teufel soll die Franzmänner holen,« rief der Schmied, und kratzte sich verlegen hinter den Ohren, als er auf den Pfarrer blickte. Die Schmiedsfrau aber, die gerade eintrat, sagte zu Jungfer Karoline: »Mein Mann ist und bleibt ein Hitziger!«

»Warum er nicht geschrieben hätte?« fragte Daniel Romeike.

»Der Brief müsse verloren gegangen sein.«

»Wo man ihn gefangen gehalten habe?«

»In einer kleinen Festung an der spanischen Grenze!«

»Eintränken müsse man es den Franzosen, es wäre doch lange Frieden.«

So schwirrten Fragen und Antworten durcheinander, und wenn die Leute zurückgingen, dann standen sie noch auf der Dorfstraße und redeten lebhaft miteinander. Einer der Ihren heimgekehrt, ein Sohn des Dorfes, war es nicht als wäre jedem Hause eine heilige Freude widerfahren? In manchem Herzen regte sich da leise eine Hoffnung, zwar, man hat ihn bestimmt totgesagt, aber wer weiß, wenn der Walter Flemming zurückgekehrt war, o Gott, vielleicht wäre es doch noch möglich!

Die alte Mutter Romeike sandte noch am Abend ins Pfarrhaus und ließ um Jesu willen bitten, der Herr Pfarrer möge doch mit seinem Sohn kommen, bei ihr ging's gewiß zum Sterben, und sie hätte noch den einen Wunsch, den Heimgekehrten zu sehen. Vater und Sohn gingen noch hin, die Enkelin mußte mit einem brennenden Kienspan Walters Gesicht beleuchten, damit die Großmutter mit ihren halberblindeten Augen ihn sehen konnte.

»Ja, er ist es,« murmelte sie, und dann forschte sie, ob er nichts von ihrem Enkel wußte. Walter konnte ihr keine Auskunft geben. »Er fiel bei Laon,« sagte der Pfarrer.