»He, nicht so hitzig!« schrie Kaspar auf dem Berge. »Sagt mir lieber, Buben, wo wohnt der Herr Organist Wunderlich? Ich bringe den Friede aus Oberheudorf.«
Die Buben blieben lachend stehen, und ein schlanker, langer Junge sagte spöttisch und keck: »Nein, wie nett, daß Sie aus Oberheudorf sind.«
»Gelt ja, das ist schon was,« nickte der dicke Wirt. »Aber du meine Güte, warum habt ihr denn alle so grasgrüne Mützen auf? Die reinen Laubfrösche!«
»Holla!« schrieen ein paar Buben empört, »wir sind keine Laubfrösche, wir sind Gymnasiasten.«
»Ih nä,« rief der Wirt vergnügt und gab Friede einen kleinen Rippenstoß, »sieh doch, Friede, das sind nun alles deine Kameraden. Gib'n die Hand, sieh nicht so dämlich drein, Bub!«
»Was, der Bauernbengel will ein Gymnasiast sein?« rief der lange Junge wieder.
»Na freilich,« Kaspar grinste vergnügt, »der Friede Heller ist's doch aus Oberheudorf, der Muhme Lenelies ihr Friede. Gelt, ihr habt euch schon recht auf'n gefreut?«
Die Jungen brachen in ein lautes Gelächter aus. Der dicke Wirt und der blonde Junge, der vor Verlegenheit so rot wie ein Bündel Radieschen geworden war, kam ihnen höchst spaßhaft vor. Sie schauten einander an, keiner sagte etwas zum andern, aber jeder dachte wie der andere: »Wir machen einen Ulk.« Sie brüllten auf einmal so laut, daß es über den ganzen Kirchplatz dröhnte: »Der Friede Heller aus Oberheudorf ist da, der Friede Heller ist da, hurra, hurra, hurra!«
»Friede Pfennig,« schrie ein kleiner, kecker Bursche, »'n Pfennig ist mehr als 'n Heller,« und die andern echoten: »Friede Pfennig, Friede Pfennig!«