»Aufgepaßt, da kommt der Herr Direktor!« sagte plötzlich der erste Sprecher und deutete auf einen langen, dünnen Mann, der vom Gymnasium herkam. Im Nu rissen alle Buben die Mützen vom Kopf und schrieen: »Guten Morgen, Herr Direktor!«

Flugs riß Kaspar seine Kappe auch ab, Friede bekam einen Puff, weil er die seine nicht schnell genug abnahm, und während der Bube nur schüchtern sein guten Morgen sagte, brüllte der Oberheudorfer Wirt laut: »Allerschönsten guten Morgen, Herr Drektor, un hier is nu der Friede Heller aus Oberheudorf, und ich bin der Wirt Kaspar auf dem Berge von der himmelblauen Ente.«

»Das ist – – un – – unverschämt,« schrie der mit »Herr Drektor« Angeredete. »Was fällt Ihnen ein, Sie – – Sie – – Kaspar, Sie!«

Die Buben kreischten vor Lachen: »Friede Pfennig, steig aus, Friede Pfennig, steig aus, sag dem Herrn Direktor guten Tag!«

Friede hatte rasch gemerkt, daß die Buben ihren Spott mit ihm und seinem Beschützer trieben, er zupfte diesen ängstlich am Ärmel und bat: »Wir wollen weiterfahren!«

»Nä,« rief der, »fällt mir nicht ein, un wenn das zehnmal ein Drektor ist, anschrein lasse ich mich nicht. Sie, Herr Drektor,« brüllte er, »ich bin der Wirt zur himmelblauen Ente aus Oberheudorf.«

»Das ist un – – unverschämt,« rief der andere wieder, »denken Sie denn, Sie können mich foppen mit Ihrer himmelblauen Ente? Was fällt Ihnen denn ein, Sie grober Bauer, Sie!«

»Nä, nu schlägt's dreizehn!« Kaspar auf dem Berge war jetzt wirklich wütend, er fuchtelte mit seiner Peitsche in der Luft herum und donnerte: »So, Schulmeister woll'n Sie sein und benehmen sich gegen einen rechten Mann so? Nä, hier bleibt mir der Friede nicht; Muhme Lenelies heult sich ja die Augen aus, wenn sie das erfährt, Herr Drektor!«

»Sie sind ein ganz unverschämter, grober Bauer,« kreischte der andere wieder – er konnte vor Zorn kaum noch reden – »der Kuckuck ist Ihr Direktor!«