»Nimm ihn doch, nimm, nimm!« forderten die andern auf. Anton Friedlich versetzte ihm einen Puff von links, Schulzens Jakob einen von rechts, und nun entschloß sich Heine Peterle endlich, den Brief zu nehmen. Er wurde feuerrot dabei und hielt das kleine weiße Ding zitternd in der Hand.

»Es ist von Friede Heller, auf der Rückseite steht's,« sagte der Postbote, »nu mach ihn nur auf!«

»Von Friede, oh von Friede,« schrieen die Buben und Mädel vergnügt, »dann ist der Brief für uns alle.«

»Nä, der ist for mich.« Heine Peterle preßte das Schreiben fest an seine Brust, denn Anton Friedlich griff schon danach. »Mach ihn doch auf!« mahnte der.

»Ja, mach'n auf, wir wollen wissen, was drin steht,« ermunterten auch die andern, und Annchen Amsee drängte sich dicht an Heine Peterle heran. »Uh je, geht das langsam!«

»Das is doch mein Brief,« rief der Bube patzig, »erst lese ich'n alleine. Nä, laß doch!«

Schulzens Jakob hatte versucht, den Brief zu greifen, und kaum hatte ihn Heine Peterle vor dem Griff geschützt, als der dicke Friede danach langte. »An mich ist er erst recht, ich heiße Friede!«

»Nä, mir gehört er!« Mit beiden Händen umklammerte Heine Peterle das weiße Ding, er puffte mit den Ellenbogen nach beiden Seiten und trotzte borstig auf: »Wenn ihr so seid, dann sag' ich nicht, was drinne steht.«