Eine Stadtfahrt.
Traumfriede war schon eine Woche fort, als die Oberheudorfer Kinder ganz unerwartet eine große Freude hatten; der Lehrer sagte ihnen nämlich am Schluß der Stunde: »Kinder, morgen habt ihr frei.«
Dies klang allen so überraschend, daß sie mäuschenstill saßen und den Herrn Lehrer nur mit großen Augen verwundert ansahen. Der fragte: »Ihr freut euch wohl nicht? Das ist nett von euch!«
»O ja,« brüllten alle geschwind, und plötzlich war es, als wäre der Sturm in die Klasse hineingesaust. Die Kinder drehten sich auf ihren Plätzen um, nickten und winkten hierhin und dorthin, lachten und tuschelten, und die Buben- und Mädelbeine zappelten wie gefangene Fische im Netz.
Der Lehrer lächelte ein wenig: »Es waren doch erst Ferien!«
»Och, das ist ja schon furchtbar lange her,« riefen ein paar Buben; es klang, als wäre Ostern vor hundert Jahren und nicht vor vierzehn Tagen gewesen.
»Na, dann geht mal heim und seid hübsch brav morgen. Ich muß mit dem Herrn Pfarrer nach Tannenroda; es ist eine wichtige Sache, die sich nicht aufschieben läßt, es tut mir leid genug.«