Der Herr Lehrer war inzwischen mit dem Führer an eins der spitzbogigen Fenster des Saales getreten, und die Kinder konnten sich ungestört über den finsteren Gesellen unterhalten.
»Wie er die Augen aufreißt!« tuschelte Annchen Amsee, »puh, wie graulich!«
»Ich hätte ihn ganz gewiß gefangen und in den Turm gesteckt,« versicherte Schulzens Jakob zum drittenmal. Da trat Heine Peterle ganz dicht an das Bild heran und sagte keck: »Ich geb' ihm jetzt noch was für seine Schlechtigkeit.« Und patsch schlug er mit seiner kleinen Faust dem gemalten Mann auf den Bauch.
Die Kinder lachten, aber ihr Lachen erstarb jäh.
Himmel, was war das?
Urplötzlich verschwand das Bild und – Heine Peterle – ihr Heine Peterle mit ihm. Ein paar Sekunden lang zappelten und strampelten zwei rosenrote Beine in der Luft herum, es polterte und krachte, und dann waren gemalter Mann und Heine Peterle weg.
Die Kinder schrieen so gellend, so angsterfüllt auf, daß der Lehrer mit dem Führer so schnell herankamen, als es mit den großen Filzpantoffeln ging.
»Heine Peterle – – da – – der – – Mann, huhuhu,« kreischten die Kinder und deuteten entsetzt auf die Nische. Dort gähnte jetzt nur ein dunkles Loch.
»Er – – hat – – ihn – – ge–ge–holt,« wimmerten ein paar Mädel.