Doch da bat Friede heiß und dringlich: »Ach bitte, bitte, ich möchte allen so gern das Gymnasium zeigen.« Er wollte es beweisen, daß er sich der lieben Heimatgenossen nicht schämte, weil sie anders in Art und Wesen waren als die Buben und Mädel in der Stadt, und so bat er noch einmal: »Bitte, bitte, wir wollen alle über den Johannesplan gehen.«
Der Lehrer sah seinen einstigen Schüler prüfend an, dann strich er ihm über die heiße Wange und sagte froh: »Bist doch noch mein alter Friede, doch heute ist es wirklich zu spät, wir müssen uns sputen, um zu unseren Wagen zu kommen. Ein anderes Mal dann. Komm aber mit, begleite uns noch ein Stück heimwärts.«
Friede tat es, und er tat es gern. So vergnügt, als gehöre er noch ganz zu ihnen, lief er mit den Heimatgenossen durch Feldburgs Straßen bis dahin, wo er vor einiger Zeit Doktor Treumann getroffen hatte. Hier nahm er Abschied. »Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen in den Sommerferien,« hieß es.
»Wir kommen dir entgegen,« versprachen die Freunde.
»Wir auch,« riefen die Mädel, »und – –«
»Macht Schluß, es ist Zeit!« mahnte der Lehrer und schob ein paar Kinder vorwärts.
Friede war schon wieder ein paar Schritte zurückgelaufen, als er noch einmal innehielt und den Gefährten nachrief: »Heine Peterle, wenn etwas von dem geheimen Gang in der Zeitung steht, schreibe ich es dir.«
»In der Zeitung stehen!« Heine Peterle wußte plötzlich nicht, sollte er vor- oder rückwärts laufen, sollte er einen Luftsprung machen oder einen Purzelbaum schießen. Er drehte sich rundum und brachte den ganzen Zug auseinander, und es hätte wohl eine schlimme Verwirrung gegeben, wenn der Lehrer Heine Peterle nicht an der Hand gefaßt und gesagt hätte: »Wir zwei gehen mal miteinander. Nun vorwärts rasch, sonst fährt Friede Hopserling fort!«
Das half, nun liefen sie alle, so rasch sie konnten, und erreichten bald Wiesental, wo die Wagen schon warteten.