Im Spiegelhaus dachten just zwei auch gerade an die Nachbarn hinter der Hecke. Friede war es und der Gärtner. Dieser hatte gerade an der Mauer gestanden, als Fräulein Wunderlich von des schwarzen Teufels Verschwinden erzählte. Lieber Himmel, das war doch das kleine Huhn, das Friede ihm gebracht. Eilig lief er zu dem Knaben, der über seinen Büchern saß, und erzählte ihm das Gehörte.

Friede erschrak. »Ich dachte, sie hätte es hinausgeworfen wie mich,« stammelte er erschrocken.

»Ja, das hilft nun nichts, du mußt es ihr schon wieder hinübertragen,« meinte der Gärtner.

»Aber ich kann doch nicht zu ihr gehen,« rief Friede ordentlich entsetzt, »ich will's über die Mauer heben.«

»Trag's lieber hinüber! Gib es der Marie, das ist kein ungutes Mädchen, die wird schon verstehen, daß du das Huhn nicht hast behalten wollen. Aber fort muß es gleich, mein Herr möchte sehr böse werden, wenn er wüßte, ich habe ein fremdes Huhn im Stall, nach dem sie drüben suchen. Übrigens hat das Fräulein dich ja neulich grüßen lassen, vielleicht ist sie gar nicht mehr böse.«

»Ich mag nicht zu ihr gehen,« rief Friede trotzig.

»Gut,« brummte der Gärtner, »dann trage ich das Huhn fort, wenn du dich fürchtest! Im Hause darf es nicht bleiben, und der Herr Professor soll mich keinen alten Eigensinn schelten.«

»Ich will's schon hinübertragen,« murmelte Friede kleinlaut. »Pah, ich fürchte mich nicht, und Marie macht ja immer die Türe auf, der kann ich es übergeben.« Er nahm seine Mütze, ging in den Garten hinab und holte den kleinen Oberheudorfer Teufel aus dem Stall heraus. »Schade ist's nicht darum,« brummte der Gärtner, »und arg viel Freude wird das Fräulein an dem kleinen Untier nicht haben, aber zurückhaben soll sie es; was Recht ist, ist Recht.«