»Eine Frechheit, eine Frechheit!« riefen die Zuschauer.
»Ein Hinfall,« schrie einer, der gern Witze machte.
Aber schon waren ein paar Polizisten herzugesprungen. Der eine faßte Anton, der andere Friede am Kragen, und die beiden wurden unter johlendem Geschrei von dem Denkmal weggezogen.
»Haue müssen sie haben,« rief jemand, und gleich schrieen zwanzig, dreißig Stimmen nach: »Haue müssen sie haben.«
»Bumbum, bumratabum, ratara,« fiel die Musik wieder ein. Der Dirigent hatte gar nichts von den Buben gesehen; er dachte nur, jetzt ist es Zeit, daß ich mal wieder eins blasen lasse.
»Hurra, hurra, hurra,« brüllte die Menge. Hüte und Tücher wurden geschwenkt. Dazwischen riefen wieder etliche: »Die frechen Buben müssen tüchtig verhauen werden.«
»Schwipperlinger sind's nicht, die tun nie so was,« kreischten ein paar Stimmen. »Wer weiß, wo die her sind!«
Anton und Friede waren halbtot vor Angst, als sie von den Polizisten weggeschleppt wurden. Sie sahen viele Augen drohend auf sich gerichtet und meinten, alle diese Menschen wollten sie schlagen. Das Schreien, die Musik, das ganze wilde Getöse verwirrte sie so, daß sie sich ziehen und schubsen ließen und keinen Laut von sich gaben. Die Polizisten kamen aber auch schwer mit ihnen durch das Gedränge. Viele Zuschauer dachten gar nicht mehr an das Denkmal, an den Festzug und die schöne Rede. Die Frage, woher eigentlich die beiden Buben gekommen waren, erschien ihnen viel wichtiger. Namentlich alle Schwipperlinger Straßenjungen hatten das allergrößte Interesse an Friede und Anton. Sie liefen immer hinterdrein und jauchzten: »Das sind die Enthüllten, das sind die Denkmalsjungen, hurra, die Denkmalsbuben!«
Endlich war die Polizeiwache erreicht, und ein gestrenger Oberwachtmeister empfing die Missetäter. Er sah sie drohend an und fragte barsch: »Warum habt ihr euch an das Denkmal gesetzt?«