„I wo!“ Hulda trocknete sich seufzend die Tränen ab, nahm Mathes’ Brief, steckte ihn schnell in den Umschlag und klebte den zu. „Nett haben sie geschrieben, ich — ich dachte ..., na eben, ich dachte nur so allerlei.“
Ida schielte nach den Briefen hin, zwei lagen noch da, und sie wollte gerade danach greifen, als sie Mathes und Peter draußen trapsen hörten. „Schnell, schnell, Hulda, das Abendbrot! Wann soll denn die gnädige Frau ihre Suppe bekommen, wohl um Mitternacht?“
„Herrje!“ Hulda rannte zur Türe hinaus, stieß dort mit den Sternbuben zusammen, die sie ganz verdutzt ansahen. Hulda hatte geweint!
Zwei Minuten später wußte es die Pate und Tante Eva: Hulda hat geweint!
„Habt ihr sie geärgert?“ fragte Eva erschrocken.
Aber die Buben hatten ein gutes Gewissen, und darum stiegen sie auch unverzagt zu Hulda in die Küche hinab und fragten Hulda sehr eindringlich nach ihrem Kummer.
„Mir fehlt nichts,“ brummte diese. „Ich war nur mal ’n bißchen traurig, weil — weil —“
„Weil’s geregnet hat?“ fragte Peter.
„Ja, darum, und nu ist’s wieder gut. Geht nur rauf!“
Viel war mit Hulda an diesem Abend nicht anzufangen. Sie blieb wortkarg, behauptete, das Regenwetter wäre ihr in die Glieder gefahren, und sicher würde es noch drei Tage lang regnen.