Das war kein guter Trost. Mathes und Peter gingen nicht so vergnügt wie sonst zu Bett, und als sie allein im Dunklen lagen, kam das böse Heimweh wieder und quälte sie, und sie machten es wie Hulda, sie weinten. Sie taten dies freilich nicht still, sondern ziemlich laut, und Eva hörte plötzlich wieder ein schauerliches Gebrüll. Erschrocken lief sie zu ihren kleinen Gästen hinüber, drehte das Licht an und sah nun beide heulend in ihren Betten sitzen.
„Aber Buben, was fehlt euch denn?“
„Ich möcht’ heim!“
„Ich will auch heim!“
„Meine Mu—mutter!“
„Mu—u—“ Peter konnte das Wort gar nicht mehr zu Ende sagen, er wühlte schluchzend den Struwwelkopf in seine Kissen.
Sie haben Heimweh, dachte Eva mitleidig und versuchte die beiden Schelme zu trösten. Erst mit guten Worten. Morgen würde die Mutter schreiben, und morgen würde sie ihnen wieder etwas Neues zeigen. Als das nicht half, fragte sie: „Soll ich euch vielleicht eine Geschichte erzählen?“
Wutsch! lief das Heimweh zur Türe hinaus; Mathes und Peter wischten sich die Tränen aus den Augen, und beide riefen: „Ja, aber eine lange!“
„Eine von der Messe,“ bat Mathes.
„Vom Affentheater,“ verlangte Peter.