Ach du lieber Himmel, es kommt doch niemand! dachte die Frau traurig. Doch erstaunt horchte sie auf. Die Musik, die sonst immer so kläglich war, so recht dünn und jämmerlich, die klang auf einmal, als kichere jemand immer dabei. Die Töne hüpften und tanzten. Didididihoppela, dumdumdumdumtrallalla! Lustig war es anzuhören.
Die Vorübergehenden horchten, blieben stehen, ein paar Buben kamen zuerst angerannt.
‚Wir wollen fahren, wir wollen fahren! Wie lustig das klingt!‘
‚Wir auch!‘ riefen auch ein paar Mädel und klirr! rollten die Groschen und Sechser in den Hut von Hans.
Und o Wunder! Immer mehr kleine und auch große Leute kamen, und alle wollten sie fahren, alle sagten sie, so eine lustige Musik sei auf der ganzen Messe nicht zu hören. Die Frau nahm mehr ein als sonst in einem Monat, und ihr grober Nachbar, der seine Bude wieder aufgetan hatte, schaute neidisch zu ihr hinüber. Er ließ seine Puppen springen und tanzen, er hatte auch wirklich ein neues, sehr schön gekleidetes Kasperle, doch wenn ein paar Kinder stehen blieben und zuhörten, sagten sie gewiß: ‚Heute gefällt uns Kasperle gar nicht, heute ist er langweilig.‘
Und sogar Schnauz läuft heute hinüber, dachte der Mann grimmig, lockte den Hund und sperrte ihn ein. Da steckte Kasperle ein ganz, ganz klein wenig die Nase zum Musikkasten heraus. ‚Karussellfrau,‘ fragte er, ‚ist Schnauz fort?‘
Die Frau nickte. ‚Eingesperrt!‘ tuschelte sie.
‚O lirum larum, dummer Schnauz!‘ jubelte Kasperle. ‚Eingesperrt, eingesperrt! Ich platze vor Lachen, wie mein Großvater Schnurzelpurzelwuppdiwupp. Bei meiner Nase, jetzt soll die Musik noch vergnügter klingen!‘
Wutsch! war er wieder drinnen im Kasten, und wieder ertönte sein Kichern.
Auf dem Platz draußen erzählten es sich die Leute. ‚Da, in der Ecke, neben der Kasperlebude steht ein kleines, altes Karussell, es ist gar nicht schön, aber so lustig fährt’s sich’s darauf, nicht zu sagen wie!‘