‚Zuckerherzele, Goldpünktchen, mein allerliebstes Schnuckerle, tu das nicht! Bitte, bitte, nicht! Bleib bei mir!‘

‚Es geht nicht, Karussellfrau. Siehst du, hier ist mein alter Herr. Der ist’s, von dem der Mann vorhin erzählt hat, und nun ich ihn gefunden habe, muß ich zu ihm. Er ist mein rechter Herr, und wir Kasperles sind treu. Leb wohl, liebe, gute Karussellfrau!‘

Kasperle drehte sich wie eine Kugel zusammen und rollte so aus dem Musikkasten heraus. ‚Vergiß mich nicht,‘ rief er noch einmal, und dann war er verschwunden.

Und er kam auch nie wieder.

Frau Katharina verkaufte ihr Karussell nun als Brennholz, zog in eine kleine Stadt, und wenn sie nicht gestorben ist, lebt sie noch heute dort.“

Dreizehntes Kapitel.
Der Zigeuner.

Mit Kasperle Zuckerherzele zusammen war auch das Heimweh davonspaziert. Die Buben schliefen vergnügt ein und wachten vergnügt auf. Sie dachten an Sonnenschein, Messegehen und ähnliche erfreuliche Dinge, aber das Wetter sagte am Morgen: „Platsch! ich regne noch.“

Es seufzte niemand so sehr darüber wie Hulda. Die tat, als wäre die Sonne besonders boshaft gegen sie, und sie lief immer wieder nachsehen, ob es nicht heller würde. So gegen elf Uhr war das wirklich der Fall. Ein blaues Fetzchen hing am Himmel, wie eine Bratenschüssel so groß, und Hulda erklärte: „Es macht sich, nachmittags scheint die Sonne. Wir können auf die Messe gehen.“

„Nein,“ erwiderte Eva, „heute nicht, ich werde den Buben unser großes Völkerschlachtdenkmal zeigen.“

„Messe ist besser,“ rief Hulda. „Sie sollten mit ihnen hingehen.“