„Die Buben waren ja schon zweimal draußen, und von der Stadt haben sie noch so wenig gesehen.“

„Die haben von der Messe mehr. Ob die Häuser ein Stockwerk haben oder zehne, ist denen gleich, Fräulein Eva, die Messe ist besser.“

„Dann gehen Sie meinetwegen mit ihnen hin.“

„Nee, Sie müssen mit, Fräulein Eva, ohne Sie geht das heute nicht.“

Eva lachte. „Das ist Unsinn, Hulda,“ sagte sie. „Sie wissen doch, ich gehe nie auf die Messe.“

„Aber heute, einmal geht’s doch!“ Hulda bettelte um das Messegehen, wie es Kinder um ein Weihnachtsgeschenk tun. Sie redete immer wieder davon, und als Mathes und Peter aus dem Garten heraufkamen und berichteten, jetzt wäre es schon beinahe trocken, und der blaue Fetzen am Himmel sei viel größer als eine Bratenschüssel, da bat Hulda wieder: „Gelt, Fräulein Eva, Sie gehen mit auf die Messe?“

„Unsinn!“ Eva sagte es zum zweiten Male. „Sie wissen doch, ich mag die Messe nicht leiden!“ Ganz ärgerlich ging sie in ihr Zimmer hinauf, und da geschah etwas höchst Verwunderliches, die Sternbuben waren ganz verdutzt darüber. Hulda setzte sich hin und weinte so bitterlich, als wäre das größte Unglück geschehen.

„Du mußt net so arg flennen.“ Mathes schüttelte sehr mißbilligend seinen Kopf, und Peter schüttelte auch, und dann stiegen beide die Treppe hinauf, suchten Tante Eva und erzählten ihr von Huldas Kummer.

„Sie sagt, sie müßt’ noch mehr Töpfle holen, und ohne die Töpfle wäre sie unglücklich,“ berichtete Peter wichtig.

Da gab Eva nach. Sie lachte sogar über die Töpfle und Huldas Unglück und sagte: „Meinetwegen, aber warum ich durchaus Töpfle mitkaufen muß, weiß ich nicht.“