„Der Zigeuner hat Tante Eva geholt,“ schrie Peter. Er sprang auf, Mathes auch, beide dachten, wir müssen nachlaufen. Doch Hulda dachte anders. „Bleibt!“ rief sie, „bleibt!“ Und dabei hielt sie die Buben fest.
„Er nimmt Tante Eva mit.“ Mathes wehrte sich, aber Hulda hielt ihn fest. Doch Peter entschlüpfte und lief auch dem Ausgang zu.
„Jemine, was hat man mit euch für ’ne Not!“ jammerte Hulda, und sie schrie ganz laut: „Peter, Peter, hierbleiben!“
Peter kümmerte sich nicht darum, doch andere Gäste hatten den Ruf gehört, und ein Mann hielt Peter den Stock vor die Füße. Bums! da lag er, und der Mann sagte lachend: „Geh du nur zurück, ausreißen auf der Messe gibt es nicht!“
Beschämt stand Peter auf und sah sich um. Mathes saß neben Hulda am Tisch, Tante Eva und der Zigeuner waren verschwunden. Da kehrte er kleinlaut zu den beiden andern zurück, er dachte: Nun gibt’s Schelte. Doch diesmal gab es Kaffee und Kuchen, und Hulda sagte ganz sanft: „Setz dich nur! Ach du lieber Himmel, das ist ’n Wunder, ’n richtiges Wunder!“
Nun fing auch Hulda noch an zu weinen, die Tränen kollerten ihr richtig in die Kaffeetasse hinein, und dabei sagte sie nur immer: „Jemine!“ und „Ach, du lieber Himmel!“
Für die Neugier der Buben war das zu wenig, sie wollten wissen, warum Tante Eva mit dem Zigeuner davongegangen war, und sie drängten: „Hulda, wir wollen Tante Eva nachgehen.“
„Die findet ihren Weg schon allein!“
Hulda sah zur Decke auf, als liefe dort oben Tante Eva herum, und dann fing sie auf einmal an, Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen, und dabei lachte und weinte sie, und wenn die Buben sagten: „Wir wollen Tante Eva suchen,“ dann nickte sie und redete davon, was sie alles sehen wollten. „Wir gehen ins Zaubertheater,“ sagte sie, „und ins Lichtspiel und meinetwegen zu den Affen und dem Messerfresser, oder ich weiß nicht was er frißt; irgend einer, der irgend etwas Komisches frißt, ist immer da.“
„Aber Tante Eva —“