Und dann mußten die Buben in ihr Zimmer gehen, und Tante Eva sagte, sie würde sie gleich holen, aber erst müßte Hulda hineingehen.

Nach einer Weile kam Tante Eva und rief die Buben. Ihre Stimme klang dabei so feierlich und so glückselig, als hätte sie eben ein Weihnachtslied gesungen. Sie schob die Buben sacht in das Wohnzimmer hinein und sagte: „Hier sind die beiden.“

Ja, da waren die Sternbuben, aber wer saß denn da drinnen neben der Tante Pate und lächelte ihnen entgegen? — Der Zigeuner war es!

Niemand anders als der Zigeuner!

Und wie sah die Tante Pate aus! Als hätte die liebe Sonne selbst ihr sanft und linde das bleiche Gesicht geküßt, ihre Augen glänzten, und der Zigeuner saß neben ihr und hielt ihre Hände fest.

„Kennt ihr mich?“ fragte der Zigeuner. Er lachte die Buben an, und wie er so lachte, schaute Mathes flink zu Tante Eva hinüber, auch sie lachte, und wirklich, jetzt sah er’s wieder, Tante Eva sah aus wie der Zigeuner.

„Das ist dein Bruder,“ rief Mathes, dem Huldas Erzählung einfiel.

„Aber ich bin doch ein Zigeuner!“

„Noi!“ Mathes schüttelte heftig den Kopf, während Peter etwas zweifelnd dreinsah, aber da schob sie Tante Eva schon beide zu dem Fremden hin und sagte innig: „Ja, er ist mein Bruder, mein lieber, lieber Bruder!“

Der Zigeuner war wirklich der heimgekehrte Sohn des Hauses, Fritz von Ringewald. Warum er inzwischen ein Zigeuner gewesen war, erfuhren Mathes und Peter erst später von Hulda. Die saß bei ihnen in ihrem Zimmer und erzählte ihnen, während sie schmausten, denn das mußten sie allein tun; drinnen wollte die Mutter mit ihren Kindern an diesem Abend allein sein.