Ein zweiter Schaffner und ein Gepäckträger waren inzwischen herbeigekommen, auch die Geheimrätin stand vor dem Abteil, und alle miteinander lachten über die verschlafenen Büblein.

„Die können’s!“ sagte der zweite Schaffner, und flugs kletterte er auch in den Wagen, er packte Peter, sein Kamerad packte Mathes, und beide trugen die Buben auf den Bahnsteig, und dort setzten sie sie so fest auf den Boden, daß die Sternbübles nun wirklich munter wurden.

Sie gähnten, sahen sich an, sahen sich um, und weil ihnen die ganze Sache etwas sonderbar vorkam, brachen sie in ein lautes Geschrei aus. Das Brüllen nun verstanden die Sternbübles ausgezeichnet. Daheim in Breitenwert, in der Löwengasse, sagten die Leute nicht: „Der brüllt wie ein Ochse,“ sondern: „Der brüllt wie die Sternbübles,“ wenn jemand zu arg schrie.

Und wenn die beiden schrieen, dann sah Mathes den Peter an und Peter sah den Mathes an, und bei allem Schmerz und Kummer dachten sie meist: Ich kann’s noch lauter.

So ein mörderliches Geschrei war man aber auf dem Bahnhof von Leipzig nicht gewöhnt. Ein paar Beamte liefen noch herbei, der Zeitungsmann, einer, der Früchte und Keks verkaufte, alle kamen sie, und alle fragten sie: „Was ist los, was fehlt den beiden?“

Eva versuchte die Buben zu trösten. „Seid doch ruhig!“ bat sie. „Ihr seid ja am rechten Ort. Kommt, wir fahren jetzt mit einem Wagen zu uns!“

Doch Eva konnte viel reden, die beiden brüllten weiter.

„Mit denen muß man deutsch reden,“ brummte der erste Schaffner. Und plötzlich brüllte er die beiden mit einer wahren Donnerstimme an: „Himmeldonnerwetter, still sollt ihr sein, sonst stecke ich euch in die Lokomotive!“

Schwapp! tat Mathes seinen Mund zu, schwapp! tat ihn Peter zu, und still waren sie beide.