„Und Kuchen!“

„Und —“

„Lieber Himmel, und das habt ihr alles aufgegessen?“ rief Eva ganz entsetzt. „Euch wird es übel werden.“

Die Buben rissen ihre Münder weit auf. „Übel wird uns net,“ versicherten sie, verwundert über Evas Entsetzen. „So arg viel war’s doch auch net!“ fügte Peter kleinlaut hinzu.

„Halt nur jedem sein Rucksäckle voll!“ sagte Mathes.

Eva lachte, und selbst über das ernste Gesicht ihrer Mutter glitt ein fröhliches Lächeln, und ihre Heiterkeit fand das allerfröhlichste Echo bei den Sternbübles; die lächelten nicht, die lachten so herzhaft, daß sie hin und her wackelten vor Vergnügen. Sie erfüllten den weiten Raum mit fröhlichem Lärm, und Mutter und Tochter dachten beide: Gut, daß die Buben gekommen sind! Nur Hulda dachte das nicht. Die hörte aber auch das Lachen nicht; sie saß in der Küche, brummte und knurrte wie ein Bär, dem es in seiner Höhle nicht gefällt, und sie sagte wohl zum zwanzigsten Male zur kranken Ida: „Paß auf, von den Jungen kommt uns Ärger ins Haus; wenn’s noch Mädel wären, aber Jungen! Was fängt man mit denen an!“ Und dabei seufzte sie tief und dachte an einen Jungen, den sie so lieb gehabt hatte wie fast nichts auf der Welt.

Ida lachte. „Hulda,“ rief sie, „wenn Sie keine Jungen leiden können, warum sind Sie denn mit jedem Betteljungen so freundlich, der ins Haus kommt?“

„Schnickschnack, ich kann freundlich sein mit wem ich will!“ Damit war das Gespräch zu Ende. Hulda nahm ihr Strickzeug, strickte und sagte kein Wörtlein mehr an diesem Abend.

Viertes Kapitel.
Die Trostbuben.

Reisen, Schmausen und Lachen macht müde. Unversehens trat der Sandmann hinter Mathes und Peter; denen fielen die Augen zu, und sie waren recht froh, als Fräulein Eva vom Zubettgehen sprach. Sie sagten schon halb schlafend gute Nacht, und in ihrem Zimmer sahen sie nicht einmal mehr nach dem Spielschrank. Sie purzelten beinahe in ihre Betten. Als Frau von Ringewald ein Weilchen später nachsehen kam, fand sie die beiden schon im festen Schlaf liegen.