Das kleine, behagliche Zimmer lag nach dem Garten hinaus, der jetzt im bunten Herbstschmuck prangte. Freilich waren der Staub und der Ruß der großen Stadt auf Büsche und Bäume niedergesunken; alles sah ein bißchen schwärzlich aus, und dann gab es auch nur ein paar wohlgepflegte Beete und sorglich geglättete Wege in dem mäßig großen Garten.
Spielen kann man da nicht drin, dachten die Sternbuben, und gerade da fragte Fräulein Eva, die sehr stolz auf den grünen Winkel war: „Gefällt euch unser Garten?“
„Noi!“ riefen die Buben wie aus einem Munde, und beide schüttelten so heftig die Köpfe, damit auch gar kein Zweifel an ihrem Mißfallen blieb.
„Na, solch freche Jungen! Finden unsern Garten nicht schön!“ brauste Hulda empört auf. „Ihr habt wohl gleich ’nen Park am Hause, he?“
„Aber Hulda!“ Evas Stimme klang vorwurfsvoll, und dann fragte sie freundlich: „Was gefällt euch denn nicht an unserem Garten?“
Die Buben sahen sich verlegen an. Was ihnen eigentlich an dem sauberen Gärtchen nicht gefiel, wußten sie selbst nicht zu sagen. Sie dachten eben nur an die Gärten, die sich daheim hinter den Häusern der Löwengasse hinzogen, und die so ganz anders waren, so viel lustiger und freier.
„Man kann net drin spielen,“ platzte endlich Mathes heraus.
„Er ist so — so fein!“ stotterte Peter.
„Natürlich, für euch zwei ist er zu fein!“ Es war gut, daß draußen die Flurglocke ertönte und Hulda das Zimmer verlassen mußte, sie hätte sonst gewiß noch allerlei gesagt, was den Buben recht unangenehm gewesen wäre. Fräulein Eva war viel netter, die schwieg von dem Garten. Sie sah nur wehmütig hinab. Ach, was wußten so ein paar dumme Breitenwerter Buben davon, wie froh ein Großstadtkind über so ein grünes Fleckchen sein kann!
„Erzählt einmal von eurem Garten!“ forderte die Geheimrätin auf, während sie Semmeln recht dick und lecker mit Mus für ihre Gäste bestrich.