Mathes und Peter waren die Herzen schwer. Die Patentante gefiel ihnen so gut, und Fräulein Eva gefiel ihnen so gut, und nun waren sie gewiß alle beide sehr böse, und weil sie das bedrückte, darum seufzte erst Mathes schauerlich tief und dann Peter noch tiefer. Da kehrten Evas Gedanken zu den beiden zurück, und sie fragte: „Warum seufzt ihr denn so?“

„Weil — weil du uns böse bist,“ stammelte Mathes.

„Jaa!“ seufzte Peter.

Eva lachte. „Ich bin schon wieder gut,“ versicherte sie, „wenn ihr jetzt nur brav sein wollt.“

Bei den Sternbübles wurde sehr rasch aus schlecht Wetter gut Wetter. Im Umsehen stellten sie das Geseufze ein, und Hulda machte ein ganz verwundertes Gesicht, als ein paar Augenblicke später die Buben blitzblank und purzelvergnügt wieder zurückkamen und nun ganz säuberlich und manierlich aßen und tranken. Sie benahmen sich so nett, daß Eva nach dem Frühstück sagte, nun würde sie den beiden die Stadt zeigen.

„Mit ’nem Schutzmann als Begleiter, sonst bringen Sie die beiden doch nicht heil und ganz wieder zurück,“ brummte Hulda.

Aber weder Eva noch die Sternbuben taten, als hörten sie Huldas Unkenruf. Eva sagte: „Nun macht euch fein, ich tue das auch; in einer Viertelstunde gehen wir.“

Und schon nach fünf Minuten standen Mathes und Peter im Flur. Sie hatten sich äußerst fein gemacht, Alettes Handschuhe hatten sie angezogen und Trinles Tüchle in ihre Brusttaschen gesteckt, und sie waren ein bißchen geärgert, als Fräulein Eva darüber lachte und meinte, dies alles wäre nicht nötig.

„Man sieht ihnen eben die Kleinstädter an der Nasenspitze an.“ Das war Huldas letztes Wort, das den Spaziergängern noch nachhallte. Es kränkte sie aber nicht, denn draußen sagte Eva: „Wir fahren nun zuerst mit der Elektrischen in die Stadt hinein; flink, dort oben hält sie, und ich höre sie schon klingeln!“

Da liefen die Buben wie zwei Windhunde und vergaßen Hulda und ihren Zorn. Zum erstenmal in einer elektrischen Bahn fahren, das war doch noch eine Sache!