„Der Platz heißt der Augustusplatz,“ sagte Fräulein Eva, die den kleinen Gästen alles recht genau erklären wollte.

„So heißt Herr Häferlein,“ rief Mathes, froh, daß er an Breitenwert denken konnte.

„Wer?“ fragte Eva erstaunt.

„Herr Baldan auch,“ sagte Peter. Und vielleicht hätten beide noch alle Breitenwerter Auguste aufgezählt, wenn nicht ein Mann sehr grob geschrieen hätte: „Platz da, ihr dummen Bengels!“ Und puff! bekam Mathes einen Stoß und Peter einen, und Fräulein Eva zerrte rasch die beiden vom Fahrdamm herab. „Hier darf man nicht stehen bleiben,“ erklärte sie erschrocken und ging ein paar Schritte über den Platz hin.

„So, nun seht euch einmal um! Dort drüben, das ist unser Museum.“

In ganz Breitenwert gab es kein Museum, und Mathes und Peter wußten nicht, war das eine Petroleumlampe oder sonst etwas. Sie starrten aber dahin, wohin Fräulein Eva blickte, und da sahen sie einen großen Brunnen, hoch aufgebaut und mit vielen Figuren schön geziert. Die Wasser sprangen lustig aus vielerlei Röhren, und die Buben meinten, ein Springbrunnen würde vielleicht in Leipzig Museum genannt. Sie riefen daher vergnügt: „Das ist fein, arg fein!“

Die Freude der Buben freute Fräulein Eva, denn sie liebte es sehr, in das Museum zu gehen. Sie versprach darum: „Morgen oder übermorgen gehen wir zusammen hinein.“

„Kann man das?“ Mathes sah ungeheuer erstaunt drein, und Peter wußte auch nicht recht, sollte er lachen oder verwundert sein.

„Natürlich kann man das, warum nicht? Da gehen viele Menschen hinein.“

„Muß man da Badehösle anziehen?“ forschte Mathes, dem die Sache doch sehr bedenklich schien. In Breitenwert dachte doch kein Mensch daran, in einen Brunnen zu steigen.