Hulda brach in Tränen aus, und Eva sah hilflos auf die halbgewaschenen Bübles: „Was habt ihr getan?“ fragte sie traurig.
Die beiden blieben ganz stumm, sie wußten wirklich nicht, was sie sagen sollten. Und bei aller Verlegenheit waren sie doch auch ein bißchen wütend; warum war Hulda auch so neugierig gewesen!
„Gebt mir einmal den Brief her,“ sagte Eva, die nicht einmal so recht verstanden hatte, über was für ein Wort Hulda so böse gewesen war.
Da ging Mathes stumm an den Tisch, holte den unglückseligen Brief, und weil er den Bruder nicht in falschen Verdacht bringen wollte, sagte er ehrlich: „Ich war’s, ich hab’s geschrieben.“
„Wir haben zusammen geschrieben, immer jeder ein Sätzle,“ rief Peter eifrig, denn ihm war’s zumute, als hätte er den schlimmen Satz mitgeschrieben.
Eva von Ringewald sah sehr ernsthaft drein. „Jetzt trocknet euch ab, dann räumt den Spielschrank ein, und nachher kommt ihr vor,“ gebot sie kurz. Sie ging mit einem so nachdenklichen Gesicht hinaus, daß die Buben ihr bedrückt nachschauten. Nun war sie gewiß bitterböse, o je!
Eva ging zu ihrer Mutter, denn sie wußte nicht recht genau, sollte sie lachen oder sich ärgern. Eigentlich ärgerte sie sich, und im Grunde hatte sie den Besuch schon etwas satt. Trostbuben sollten die beiden sein, ach, das war ein Reinfall gewesen! Ärger und Unordnung brachten sie ins Haus, mehr nicht.
Frau von Ringewald saß bleich und müde in ihrem Sessel am Kaffeetisch, als die Tochter zu ihr trat. Ihre Gedanken reisten wieder einmal wie so oft Tag und Nacht in der weiten Welt herum und suchten den verlorenen Sohn. Wo war er, lebte er noch?
Da legte ihr Eva Mathes’ Brief auf den Tisch. „Lies, was die beiden wieder angerichtet haben; Hulda hat’s gesehen und ist wütend. Sie sind doch arg unnütz die beiden.“