Hulda trabte hinaus, holte den Kaffee, und die Bübles atmeten auf, als wäre jedem ein Vierpfundbrot vom Herzen gefallen. Danach wurde es sehr gemütlich, und der Tag voller Unruhe und Abenteuer nahm ein höchst friedliches Ende. Die Briefe wurden in Umschläge gesteckt, Eva schrieb die Aufschrift, und die Buben durften allein bis zur nächsten Straßenecke gehen und die Briefe in den Kasten werfen. Sie kamen von diesem Ausgang schnell zurück, denn Eva hatte gesagt: „Nachher spielen wir zusammen.“
Und sie spielten zusammen, lachten zusammen, und Frau von Ringewald saß dabei und lachte mit. Hulda ging so oft durch das Zimmer, als hätte sie Wunder was darin zu tun, und dabei hatte sie eigentlich gar nichts zu suchen oder zu fragen. Und nach dem Abendessen erzählte Eva eine Geschichte von Prinzessinnen und Feen, von einem goldenen Schloß, einem rosenroten Vogel, einem dottergelben Zwerg und einem feuerroten Schaf. Es war eine sehr lustige Geschichte, über die selbst Hulda lachte, weil sie nämlich gerade wieder durch das Zimmer ging und ein bißchen zuhörte.
Als die Buben an diesem Abend in ihren Betten lagen, schliefen sie nicht so fix ein wie am Tage vorher. Sie redeten noch ein paar Wörtlein über dies und das, aber dann kuschelte sich Peter in seine Kissen und seufzte: „Bin müde.“
„Weißt was?“ schrie ihn da Mathes an, der noch ganz munter war.
„Wa—aaas denn?“ Peter gähnte schauerlich.
„Wie der Mann aussah, der uns heute geführt hat? Der sah aus, wie —“
„Nuuu!“ Peter pustete laut, er war eingeschlafen.
„Nun sag’ ich’s net,“ knurrte Mathes, kuschelte sich auch in die Kissen und schlief auch ein.
Siebentes Kapitel.
Gartenfreundschaft.
Am andern Morgen zogen graue Wolken am Himmel hin und her, und wer ausgehen wollte, fragte sich: „Nehme ich nun einen Regenschirm mit oder nicht?“