Mathes und Peter lachten hellauf, sie wackelten vor Lachen hin und her, und Hulda wackelte mit; sie hatte das Grollen rasch aufgegeben und lachte, ohne freilich zu wissen, ob über Kasperle oder die Buben. Und diese jauchzende Fröhlichkeit der drei übertönte schließlich doch den Lärm der stattlichen Nachbarn. Immer mehr Leute kamen herbei, zuletzt gab es ein richtiges Gedränge vor dem Budchen. Da wurde Kasperle immer lustiger, und gerade als er seine besten Späße machte, fing ein altes Frauchen an, vor der Bude einzusammeln. Es gab jeder etwas, Kupferpfennige und Nickelmünzen, und als das Frauchen zu Hulda trat, war der Teller schon ganz voll. Hulda legte ganz hochmütig fünfzig Pfennig auf den Teller, und die kleine Kasperlefrau knickste tief. „Allerschönsten Dank!“ murmelte sie. „Ach, ich wollte, die Herrschaften kämen jeden Tag! Wenn zweie so lachen können wie die Jungen da, dann ist das besser, als wenn Kasperle noch so laut schreit: „Ich bin da!“
Die Frau ging, die Leute zerstreuten sich, der rote Vorhang wurde für ein Weilchen wieder geschlossen, und Hulda und die Buben gingen auch.
„Das war fein!“ sagte Mathes, und Peter stieß einen Seufzer aus: „Kasperle ist was Feines!“
„Kasperle hat’s arg gut!“ Mathes seufzte auch.
„Dummer Junge!“ brummte Hulda, „den Leuten geht es schlecht, das konnte man doch sehen, und es war schon recht, daß wir dastanden und so gelacht haben, sonst wär’ keine Katze weiter gekommen.“
Kasperle sollte es schlecht gehen? Ja wieso denn?
Mathes und Peter starrten Hulda tief erschrocken an, und die mußte ihnen erst erklären, wie schwer es so ein kleines Budchen zwischen den andern Prachtbauten hätte, um nur gesehen zu werden. Und Kasperle hatte eine heisere Stimme gehabt und konnte nicht laut schreien, darum hörte ihn selten jemand. In Breitenwert mochte das anders sein. Aber hier, lieber Himmel, wer sah viel nach dem Budchen, wo es so viel Schöneres zu sehen gab!
Die Buben senkten die Köpfe. Kasperle, dem lieben Kasperle ging es nicht gut, das beschwerte ihre Herzen sehr.
„Mathes!“ rief da plötzlich Peter, und „Peter!“ rief Mathes, und beide steckten die Köpfe zusammen, tuschelten etwas, nickten sich zu, lachten, und als Hulda sie ganz verwundert ansah, sagten sie rasch: „Wir wünschen uns was.“