„Na, was denn? Wohl für die Mark von Fräulein Eva?“
Die Buben nickten lebhaft. „Wir wollen sie — Kasperle geben.“
Unsinn, hätte Hulda beinahe gesagt, aber sie tat es nicht, sie besann sich auch nicht lange, sondern nickte bedächtig mit dem Kopf: „Meinetwegen, mir ist’s recht. Ist ja auch wahr, Spielzeug habt ihr genug, und — Kasperle kann es gewiß brauchen.“
Einige Augenblicke später standen die drei wieder vor dem Budchen, und Mathes und Peter brüllten den Vorhang an: „Kasperle, komm raus, wir wollen dir was schenken!“
Zwei, dreimal wiederholten sie ihren Ruf, bis das Zipfelmützchen aus dem Vorhang herauslugte und eine klägliche Stimme fragte: „Vielleicht ’ne Wurst?“
„Noi, das hier!“ Mathes und Peter reichten jeder seine Mark hinaus, und Hulda gab auch eine, und Kasperle purzelte vor Verwunderung über die reiche Gabe beinahe aus dem Budchen heraus. „Ich freu’ mich, ich freu’ mich!“ schrie er und wackelte mit Kopf und Beinen, und dann setzte er sich auf die Brüstung der kleinen Bühne und begann zu singen, und es klang, als ob ein Hahn krähte:
„Kasperle ist ’n armer Mann,
Hat nur sein Flick-Flickröcklein an,
Hat nicht Bett, hat nicht Tisch,
Hat nicht Braten und nicht Fisch.