„Da ist er, da ist er!“ Mathes zeigte mit dem Finger und Peter zeigte mit dem Finger, und obgleich Herta und Irene dies sehr unschicklich fanden, sahen sie doch den Fingern nach und fragten neugierig: „Wer ist da?“
„Der Zigeuner von gestern.“
„Ein echter Zigeuner!“ Peter sah stolz drein. „Ganz echt ist er,“ versicherte er noch.
„Kennt ihr ihn?“
„Hm, vielleicht!“ Mathes machte ein Gesicht, als hätte er die ganze Tasche voller Geheimnisse, und Herta fragte ein bissel unwirsch: „Sag’s doch, woher kennt ihr ihn?“
Mathes erzählte und Peter erzählte, und dabei schauten alle fünf unverwandt den Zigeuner an, und als die Buben mit ihrer Geschichte fertig waren, rief Annedore: „Ihr müßt ihm guten Tag sagen, da merkt ihr’s gleich, ob er es ist.“
„Ja, fein! Und wir gehen mit.“ Herta zappelte vor Ungeduld, den Zigeuner zu sehen, aber Irene blieb stehen und erklärte: „Ich graule mich.“
„Hier kann er uns doch nichts tun!“ Annedore und Herta zogen die Freundin mit fort, die Buben gingen voran, gingen auf den Zigeuner zu und blieben vor ihm stehen. „Guten Tag!“ Mathes zog seine Mütze, Peter zog seine Mütze, aber der Zigeuner blieb unbeweglich stehen, er sah über sie beide hinweg, als wären sie zwei Mücklein.
„Guten Tag!“ Die Buben schrieen es ganz laut, da endlich sah sie der Zigeuner an. „Was wollt ihr?“ fragte er, und seine Stimme schnarrte wie eine alte Kastenuhr. So hatte ihr freundlicher Begleiter neulich nicht geschnarrt.
„Er ist’s net!“ rief Mathes enttäuscht. Aber da drängte sich keck und flink und ein bissel frech Herta heran und fragte: „Haben Sie die Jungen neulich nach Hause gebracht?“