„Wohin denn?“ Der Zigeuner kniff die Augen zu, und Herta fand ihn nun auch greulich. „Zu Ringewalds,“ sagte sie kleinlaut und wich langsam zurück.
„Nix kennen! Wer sein das?“ Sonderbarerweise sprach der Mann jetzt wieder ganz anders, aber Peter stieß den Bruder an und tuschelte ihm zu: „Er ist’s doch!“
In diesem Augenblick summten und tönten wieder die Fabrikpfeifen, ein paar laut und gellend, ein paar dumpf, wie klagend, und Annedore schrie erschrocken: „Jetzt ist’s eins, wir müssen nach Hause.“
„Ach was, wir essen erst gegen zwei!“ Herta sah ganz unbekümmert aus, aber Annedore und Irene sagten beide ängstlich: „Wir müssen furchtbar schnell nach Hause und die Jungen auch. Die sagen, Frau von Ringewald wäre krank; wenn die sich nun sorgt!“
Den Buben selbst fuhr der Schreck über die späte Stunde arg in die Beine. Sie vergaßen den Zigeuner, der sie auf einmal sehr aufmerksam anblickte, und alles Drumrum und begannen zu rennen. Die Mädel folgten, im Galopp ging es den breiten Mittelweg entlang, und Herta, der nun doch ihr Fortlaufen das Gewissen beschwerte, rief unterwegs: „Wir fahren alle, dann geht es flink.“
„Dort ist unsere Bahn, sie fährt gleich fort.“
Annedore winkte. Herta und Irene schrieen: „Halt, halt!“ und die Buben ächzten und pusteten wie Lokomotiven vor Eile. Sie erreichten aber noch alle ohne Unfall den Wagen, kletterten hinauf, und fort ging es.
„Zahlen!“ sagte der Schaffner und sah sie brummig an.
Die Buben griffen in ihre Hosentaschen, die Mädel suchten in ihren Handtäschchen nach, da schrie Herta: „Mein Täschchen ist weg!“
„In meinem ist nichts mehr drin,“ klagte Irene.