Mathes und Peter suchten und suchten, sie drehten ihre Hosensäckle um und um, allerlei kam zum Vorschein, die neuen Geldbeutel fehlten.

„Na, wird’s bald!“ brummte der Schaffner, der aussah, als wäre er mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden.

Nur Annedore hatte noch ihren Groschen; es war der letzte. Sie bettelte: „Die haben ihr Geld verloren, aber wir haben’s so eilig, lassen Sie uns mitfahren.“

„Geht nicht,“ knurrte der Schaffner und zog an der Klingel, „wer kein Geld hat, muß aussteigen.“

„Fahr du, Herta,“ rief Annedore rasch, „geh zu Frau von Ringewald und sag, wo die Buben sind, wir kommen nach.“

„Nein, nein!“ Herta schluchzte laut. „Das kann ich nicht, das kann ich nicht.“

Schnurrr! hielt der Wagen, und der Schaffner mahnte: „Aussteigen, flink! Nur wer Geld hat, kann bleiben.“

Hops! sprang Annedore auch vom Wagen. „Ich geh mit euch,“ sagte sie, „ich lasse euch nicht im Stich.“

Die fünf standen unten, der Wagen fuhr weiter, und Herta begann zu weinen. Irene fiel ein, und die Buben weinten nicht, die heulten laut und schauerlich, heulten, wie sie es schon manchmal in Breitenwert auf dem Löwengäßle getan hatten. Über das Gebrüll erschraken nicht nur die Mädel, auch viele Vorübergehende sahen sich um, ein paar Leute blieben gar stehen, und Herta und Irene bogen eilig in eine Seitenstraße ein. Dort schalt Herta böse: „Schämt euch doch, so weint man nicht, das schickt sich nicht!“

„Unsere Beuteles!“ klagte Mathes. „Ganz neu waren sie, und so schrecklich viel Geld war drin!“