Die Buben nickten kummervoll. „Du hast es uns doch heute erzählt, und wie wir’s net haben glauben wollen, hast du gesagt: doch, doch!“

„Das stimmt, Hulda, na, ist das nu eine Geschichte!“ Ida hatte nebenan in der Wäschestube das Gespräch mit angehört, und sie kam, das Bügeleisen in der Hand, rasch herein.

Hulda saß ganz vernichtet auf ihrem Stuhl. Dreimal wiederholte sie: „Ihr habt ihn wirklich Herr Brummerjan genannt?“ Und jedesmal antworteten Peter und Mathes kläglich: „Ja, wir haben’s gesagt.“ Und Peter fügte hinzu: „Und alleweil schrecklich gelacht haben wir!“

„Kann man glauben, daß Jungen so ’ne Dummheit glauben!“ Hulda stöhnte und wickelte verzweifelt ihre Schürze um die Arme. „Was wird nur meine liebe gnädige Frau sagen!“ klagte sie.

„Er hat gesagt, du mußt nun fort,“ berichtete Mathes.

„Aus dem Haus!“ Peter nickte mitleidig dazu.

„Ich — aus — dem Haus, hier fort?“ Hulda wurde kreideweiß, und plötzlich sprang sie auf, rannte aus der Küche und polterte in großer Hast die Treppe hinauf.

„Jetzt hat sie aber einen Schreck gekriegt!“ murmelte Ida ein wenig schadenfroh. Aber gleich darauf tat ihr Hulda wieder sehr leid, und sie begann den Buben zu erzählen, wie gut Hulda wäre, und schon so lange sei sie im Hause; wie Fräulein Eva und ihr Bruder noch ganz klein gewesen wären, sei sie gekommen, und Fräulein Eva habe selbst gesagt, Hulda wäre wie eine zweite Mutter zu ihnen gewesen. „Und wenn sie den Herrn Buchner Brummerjan nennt, gar so unrecht hat sie nicht,“ rief Ida. „Er hat sie immer nicht leiden können, ist nie freundlich zu ihr gewesen, immer hat er gesagt, sie verwöhne die Kinder zu sehr. Meine Schwester hat mir das alles gesagt, die vor mir hier im Hause war,“ schloß Ida.

Da öffnete sich sacht die Türe, und Eva von Ringewald trat ein. Sie lächelte ein wenig über die verlegenen Gesichter der Buben. „Kommt mit,“ sagte sie freundlich, „wir gehen noch zusammen in die Stadt, ich muß noch etwas besorgen. Hulda bleibt bei der Mutter.“

„Dann bleibt Hulda,“ flüsterte Ida vor sich hin, aber Eva hörte es doch. „Ja, sie bleibt, unsere gute, treue Hulda darf nicht fort,“ sagte sie und nickte Ida zu.