Eva sah die Buben am Fenster stehen und etwas trübselig hinausschauen, da dachte sie, es sind doch Ferien und die beiden sind zum Besuch hier, was haben sie da vom Daheimbleiben am lichten Tag? Sie ging zu ihrer Mutter und fragte die, und diese gute Mutter sagte sanft: „Geh mit ihnen aus, zeig ihnen etwas, vielleicht den Zoologischen Garten.“
„Nein,“ rief Eva, „heute nicht, dort erleben sie sicher wieder ein Abenteuer und schreien in der Nacht. Ich führe sie ins Museum.“
„Auch recht!“ Frau von Ringewald lächelte ein wenig. „Ich bin neugierig, wie es ihnen dort gefällt.“
Husch! lag der Sonnenschein auch auf den Gesichtern der Buben, als Eva ihnen sagte: „Wir gehen doch spazieren, ins Museum.“
„Hurra! Wo die vielen Bildles sind?“ Mathes und Peter konnten sich nicht schnell genug zum Ausgang richten; sie waren fertig, ehe Eva auch nur den Hut aufgesetzt hatte. Die sagte: „So schnell geht das nicht, ich habe noch für Mutter allerlei zu besorgen. Gehet aber einstweilen hinaus, ihr müßt mir freilich versprechen, kein Schrittlein weiter als bis ans Nachbarhaus zu gehen.“
Die Buben gaben das Versprechen, und sie hielten es auch. Und dies war nicht einmal leicht, denn die Straße entlang kam mit flatternden Zöpfen Annedore. Die winkte und nickte schon von großer Weite, und sie wunderte sich arg über die Buben, warum die ihr nicht entgegenkamen.
Die standen und taten kein Schrittlein über die Hausgrenze hinaus. Sie wollten brav sein, und als Peter noch einen Hopser wagen wollte, hielt Mathes ihn fest: „Wir dürfen net.“ Danach sahen sich beide an und nickten sich zu, sie waren nämlich über ihre eigene ungeheure Bravheit selbst erstaunt.
„Hallo, hallo!“ schrie Annedore.
„Hallo, hallo!“ antworteten die Buben und blieben stehen.
„Seid ihr angewachsen?“