„Noi! Wir dürfen net weiter.“
Da war Annedore schon neben ihnen, und es gab eine sehr herzliche Begrüßung.
„Ich will euch nämlich einladen,“ sagte Annedore vergnügt. „Meine Mutter hat’s erlaubt, obgleich sie euch noch nicht kennt, aber sie kennt Frau von Ringewald, also geht es. Halb fünf dürft ihr kommen.“
Den Sternbuben kam nun freilich die Einladungsgeschichte etwas umständlich vor; in Breitenwert lud man feierlich nur zu Geburtstagen ein, sonst lief ein Kamerädle dem andern ohne Umstände ins Haus. Immerhin, der Gedanke, am Nachmittag zu Annedore zu gehen, war verlockend. Sie sagten daher sehr laut zu, und Annedore erklärte, sie würde nun gleich auf Tante Eva warten, um diese zu fragen. „Fein, fein!“ jauchzte sie und hüpfte hin und her.
„Fein, fein, fein!“ schrieen die Buben laut. Wer am Ende der Straße wohnte, konnte gewiß ihr Rufen hören.
„Was ist denn fein?“ Ein dunkler Schatten fiel über die sonnige Straße, und als die drei aufblickten, sahen sie — den Zigeuner vor sich stehen. Nur nicht so bunt angezogen wie auf der Messe war er. Mathes erschrak fürchterlich. Gerade wie in der Nacht war es. Aber doch wieder nicht so unheimlich, denn Annedore war ja da, und Peter schlief nicht, ja alle beide schauten den Zigeuner mehr neugierig als erschrocken an.
„Was ist fein?“ fragte der Zigeuner noch einmal, und sein Blick glitt dabei scheu am Hause entlang.
„Wir sind eingeladen,“ antwortete Peter.
Der Zigeuner lächelte ein wenig. „Und jetzt geht ihr wohl spazieren — allein?“
„Noi, mit Tante Eva!“