Peter blieb die Antwort halb im Munde stecken, denn Annedore zog ihn heftig am Kittel. „Man darf nicht mit fremden Leuten reden,“ tuschelte sie ihm zu.

Ob der Zigeuner das gehört hatte? Er kniff die Augen ein wenig zu, schielte wieder nach dem Hause hin und sagte langsam: „Dann ist — eure Tante wohl wieder — gesund?“

Weil nach Peters Meinung jemand, der im Bett lag, sehr krank war, rief er eifrig, ohne sich an Annedores Zerren und Ziehen zu kehren: „Noi, die ist alleweil noch krank, furchtbar krank!“

Der Zigeuner lief plötzlich davon. Mit langen Schritten rannte er die Straße hinab, und gerade als Eva von Ringewald aus dem Hause kam, bog er in eine andere Straße ein.

„Der Zigeuner war da.“

„Annedore hat uns eingeladen.“

„Er hat mit uns geredet.“

„Ihre Mutter hat’s erlaubt.“

„Er hat die Augen zugekniffen und so gemacht.“ Mathes drehte den Kopf, schielte nach dem Hause hin, und Eva von Ringewald stand da und wußte nicht recht, was alle diese Reden bedeuten sollten. Sie sah den Zigeuner nicht mehr, aber Annedore sah sie stehen; sie fing daher von der Einladung an, und Annedore knickste und richtete mit so wohlgesetzten Worten die Bestellung ihrer Mutter aus, daß die Sternbuben sie darob anstaunten. Wie Alette Amhag, das Prinzeßchen der Löwengasse, kam sie ihnen vor, und doch war sie eigentlich eher wild und lustig wie Trinle Grill. Eva gab die Erlaubnis zu dem Nachmittagsbesuch, sie redete noch ein paar Worte mit Annedore, dann fragte sie nach dem Zigeuner.

Mathes rief: „Wie in der Nacht ist er dagestanden, genau so!“